Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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VII.  Reichtum  und  sein  Gebrauch.

vor  ihm  in  vollster  Hochachtung;  denn  derjenige,  der  den  Versuchungen ­
  ererbten  Reichtums  widersteht,  gehört  wahrlich  zum
„Salz  der  Erde“  und  verdient  doppelte  Ehrung.
Man  findet  in  der  „New  York  Sun“  recht  viel  Gutes  und  ich
bitte  Sie,  mir  zu  erlauben,  einen  der  vielen  Licht  verbreitenden
Artikel  des  Blattes  hier  mitzuteilen.
„Unsere  Jungen“.
Jeder  Moralist,  der  um  ein  Thema  verlegen,  fragt  immer
wieder  von  Zeit  zu  Zeit:  was  geht  mit  den  Söhnen  unserer  mächtigen ­
  und  reichen  Männer  vor?  Die  Frage  wird  dann  weiter  ausgeführt ­
  durch  statistische  Zahlen  über  die  Untauglichkeit  und  das
schlechte  Ende,  das  solche  Söhne  nehmen.
Der  Fehler  dieser  Moralisten  besteht  darin,  daß  sie  von  Anfang
an  die  Frage  falsch  stellen.  Diese  unklugen  Söhne  sind  nicht  gerade ­
  schlecht,  sie  sind  nur  unglücklich,  dagegen  stimmt  etwas
nicht  mit  ihren  Vätern.  Nehmen  wir  einmal  an,  ein  besonders
feiner  Jagdhund  allerfeinster  Dressur  treibe  eine  große  Menge  von
Hirschen  in  einem  Park  zusammen,  mache  dieselben  fett  und
sage  dann  zu  seinen  Jungen:  „Hier,  Jungens,  ich  hab’  mir’s
sauer  werden  lassen,  all  diese  Hirsche  zusammen  zu  treiben,  und
ich  wünsche,  daß  ihr  selbst  ein  möglichst  vergnügtes  Leben  führt.
Idh  bin  so  daran  gewöhnt  im  Walde  zu  jagen,  daß  ich  nicht  davon
zu  lassen  vermag.  Ihr  aber,  Jungens,  geht  just  in  den  Park  und
nehmt,  was  ihr  immer  mögt.“  Solch  ein  Jagdhund  würde  von
jedem  Menschenvater  ausgescholten  werden.  Der  Menschenvater
würde  zu  einem  solchen  Hunde  sagen:  „Mein  werter  Herr  Hund,
du  richtest  deine  Brut  einfach  zugrunde.  Bei  zuviel  Fleischkost
ohne  jede  Bewegung  werden  sie  die  Räude  und  hundert  andere
Übel  bekommen;  und  wenn  ihre  Unpäßlichkeit  sie  nicht  töten
sollte,  werden  sie  eine  lässige,  wasseräugige  Schande  für  dich
werden.  Um  des  Himmels  willen  gib  ihnen  nichts  als  Hundebiskuit ­
  und  lasse  sie  hart  dabei  arbeiten.“
„Nun,  derselbe  Menschenvater  tut  mit  großem  Stolz,  wo  es
sich  um  seinen  eignen  Nachwuchs  handelt,  gerade  dasselbe,  was
er  bei  jedem  Hund  oder  jeder  Katze  verdammen  würde.  Er
richtet  seine  Kinder  geradeswegs  zugrunde  und  erklärt  dann  später,
            
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