Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

im  westlichen  Pennsylvania.

171

dieser  Bohrer  nötige  Gasfeuerung  wird  durch  schmälere  Röhren
von  den  beiden  Gasquellen  herbeigeschafft.  Nachdem  ein  acht  Zoll
großes  Loch  bis  zu  einer  Tiefe  von  etwa  500  Fuß  gebohrt  ist,
wird  eine  schmiedeeiserne  Röhre  so  angelegt,  daß  sie  das  Wasser
ausschließt.  Das  Loch  wird  dann  in  einem  Durchmesser  von
sechs  Zoll  so  lange  weitergebohrt,  bis  man  auf  Gas  trifft;  sobald
man  soweit  gelangt,  wird  eine  weitere  Röhre  von  vier  Zoll  Durchmesser ­
  angelegt.  Man  braucht  vierzig  bis  sechzig  Tage  zum  Abtäufen
  der  Quelle  und  zur  Gewinnung  des  Gases.  Die  bis  jetzt
größte  Gasquelle  ergibt  30  Millionen  Quadratfuß  Gas  in  vierundzwanzig ­
  Stunden;  man  schätzt,  daß  etwa  die  Hälfte  davon  auch
jede  andere  gute  Quelle  ergeben  muß.  Der  Druck  des  Gases,  bei
seinem  Ausfluß  aus  der  Mündung  der  Quelle  ist  beinahe  oder
ganz  gleich  200  Pfund  auf  jeden  Quadratzoll.  Eine  der  von  mir
untersuchten  Spurweiten  zeigte  einen  Druck  von  187  Pfund.  Sogar
bei  unseren  Werken,  die  neun  Meilen  von  der  Quelle  entfernt
liegen,  beträgt  der  Druck  noch  immer  75  Pfund  auf  den  Quadratzoll. ­
  Bei  einer  der  Gasquellen  wurde  eine  Zufuhr  von  reinem
Wasser  wünschenswert;  ich  errichtete  eine  kleine  Dampfmaschine,
getrieben  ohne  jede  Hilfe  durch  den  Druck  des  von  der  Gasquelle
einsteigenden  Gases;  auf  diese  Weise  wurde  voller  Wasserzufluß
von  einer  Quelle  im  Tal  erlangt.  Selbstverständlich  hat  man  verschiedene ­
  Theorien  über  die  Ursprungsart  und  Ausdehnung  dieses
Gasgürtels  aufgestellt.  Die  Zahl  der  im  Murraysvillebezirk  gebohrten ­
  Quellen  läßt  diesen  Gasgürtel  auf  eine  halbe  Meile  Umfang ­
  schätzen,  ja  südöstlich  von  Murraysville  sogar  in  einer  Ausdehnung ­
  von  fünf  bis  sechs  Meilen.  Die  darüber  hinausgebohrten
Quellen  ergaben  solch  ungeheuren  Strom  von  salzigem  Wasser,
daß  dieser  das  Gas  nahezu  ertränkte;  wenn  auch  hier  etwas  Gas
zutage  kam,  waren  doch  die  gewonnenen  Gasmengen  für  irgendwelche ­
  Ausnützung  nicht  bedeutend  genug;  sie  bewiesen  eben
nur,  daß  überhaupt  Gas  vorhanden  war.  Sachverständige  nehmen
daher  an,  daß  unter  den  Gasquellen  große  Salzwasserflächen
existieren  müssen.  Verschiedene  Quellen  sind  in  der  Stadt  Pittsburg
und  deren  Umgebung  gebohrt  worden;  doch  auch  hier  hat  das
Salzwasser  gleichen  Schaden  für  das  Gas  angerichtet.  Ein  mir
befreundeter  Geologe  belehrte  mich,  daß  die  Bodenlage  ungefähr
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.