Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

Ansprache  an  junge  Kaufleute.

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lorene  Terrain  nicht  leicht  wieder  erobern,  so  doch  wenigstens  mit
dem  Strome  schwimmen  und  sich  eine  angesehene  Stellung  sichern
und  erhalten.
Von  der  einmal  angewöhnten  Trunksucht  jedoch  gibt  es  keine
Heilung,  und  es  finden  sich  nur  ganz  wenige  Ausnahmen  von
dieser  Regel.  Also  vor  allem:  trinken  Sie  keinerlei  Sprituosen  über
den  Durst.  Am  besten  ist  es,  überhaupt  keine  Spirituosen  anzurühren. ­
  Wenn  Ihnen  dies  jedoch  als  zu  hartes  Gesetz  erscheint,
dann  nehmen  Sie  sich  mindestens  vor,  nur  zu  den  Mahlzeiten  zu
trinken.  Ein  Glas  zu  Tisch  wird  weder  Ihr  Vorwärtskommen  hindern, ­
  noch  Ihrer  Lebenshaltung  schaden,  aber  ich  warne  Sie  dringend, ­
  halten  Sie  es  unter  Ihrer  Würde  und  Selbstachtung  als
Gentleman,  halten  Sie  es  Ihrer  Pflicht  gegen  sich  selbst  zuwider,
zuwider  allen  ihren  Zukunftsplänen,  Spirituosen  am  Schanktisch
eines  öffentlichen  Ausschankes  zu  trinken.  Sie  können  Ihre  Laufbahn ­
  nicht  für  gesichert  halten,  wenn  Sie  von  diesem  Grundsatz
abweichen.  Bleiben  Sie  diesem  Grundsätze  treu,  und  Sie  sind  der
Gefahr  Ihres  größten  Todfeindes  entronnen.
Die  zweite  nächstliegende  Gefahr  für  einen  jungen  Kaufmann
besteht  meines  Erachtens  im  Spekulieren.  Zur  Zeit,  da  ich  Telegraphist ­
  in  Pittsburg  war,  hatten  wir  noch  keine  Börse  in  dieser
Stadt,  dennoch  waren  die  Männer,  welche  an  auswärtigen  Börsen
spekulierten,  uns  Telegraphisten  wohl  bekannt.  Wir  konnten  sie
an  den  fünf  Fingern  unserer  Hand  herzählen.  Diese  Männer
standen  als  Bürger  keineswegs  im  besten  Ansehen.  Man  betrachtete
sie  mit  Mißtrauen.  Sie  endeten  alle  mit  unaufhaltsamem  Ruin,
als  Bankerotteure  in  Geld  und  Charakter.  Ich  wüßte  kaum  einen
einzigen  Mann,  welcher  durch  Spekulieren  ein  Vermögen  erworben
und  behalten  hätte.  Spieler  sterben  gewöhnlich  arm.  Ich  wüßte
keinen,  auch  nicht  einen  einzigen  Spieler  zu  neben,  der  ein  Leben
voller  Selbstachtung  oder  vorteilhaft  für  die  Gesamtheit  geführt
hätte.  Wer  begierig  nach  den  Morgenzeitungen  greift,  um  nachzusehen, ­
  wie  es  mit  seinen  Spekulationen  steht,  macht  sich  selbst
zur  ruhigen  Überlegung  und  sachlichen  Lösung  der  im  Laufe
des  Tages  an  ihn  herantretenden  geschäftlichen  Probleme  unfähig. ­
  Er  untergräbt  dadurch  die  Quellen  jener  ausdauernden  und
zusammengefaßten  Willenskraft,  von  der  jeder  dauernde  Erfolg
            
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