Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

wenn  ich  Zar  wäre?

209

Die  Abgabe  für

Goldfedern  ist

auf  16  Proz.

„

„

ff

Hüte

ff

72

ft

ff

Stickwarenfabrikate

ff

72

ff

ff

ff

seidene  Regenschirme  .  „

ff

18  „

ff

ff

ff

Kognak  und  Magenlikör  .  ,  .  „

ff

28  „

ff

ff

ff

Seide  „

ff

40  „

ff

ft

ff

Handschuhe  B

30  „

ff

ff

ff

Spitzen,  Posamentierarbeitu.  dgl.

16  „

ff

ff

n

Wollen  und  Seiden  ....
.  .  .  „

ff

10-20  „

herabgesetzt  und  zwar  ad  valorem,  anstatt  mit  Rücksicht  auf
die  besonderen  Abgaben.  Bei  dem  gegenwärtigen  Tarif  erfreut
sich  der  reiche  Mann  der  Mode  des  hochfeinen  fremden  Tuches,
seines  feinen  Linnen,  seines  seidenen  Hutes,  seines  feinen  seidenen ­
  Regenschirmes,  seiner  hochfeinen  Glacehandschuhe  und  seines ­
  kostbaren,  mit  seltenem  feinem  Wein  angefüllten  Glases  um
20—70  Prozent  billiger,  als  bei  den  früheren  Abgaben  für  Luxusartikel. ­
  Seine  Dame  spielt  mit  dem  Fächer,  läßt  ihr  gesticktes
Taschentuch  sehen,  zeigt  ihre  außerordentlichen  Spitzen  und  putzt
sich  mit  herrlicher  Seide  zu  ähnlichen  Preisreduktionen  und  dankt
mit  einem  Lächeln  ihrem  neuen  Freunde  aus  dem  Volke,  dem  charmanten ­
  jungen  Mann  aus  West-Virginien,  der  sich  bei  ihr  entschuldigt: ­
  es  sei  ihm  nicht  gelungen,  die  Abgaben  auf  den  Champagner, ­
  welchen  sie  ihm  vorsetzt,  herabzudrücken;  er  erklärt  ihr,
daß  er  daran  keine  Schuld  trägt,  da  der  von  ihm  ursprünglich
eingebrachte  Gesetzesvorschlag  auch  für  diesen  Artikel  eine  Reduktion ­
  vorsah.  Hunderte  von  Modeartikeln  aus  Wolle,  Seide
und  Linnen  zahlen  jetzt  geringere  Abgaben.  Diese  Herabsetzungen
der  Abgaben  auf  Luxusartikel  machen,  wie  wir  gleich  sehen  werden, ­
  zwei  Drittel  der  gesamten  aus  dem  Tarife  gezogenen  Einnahmen ­
  aus.  Nicht  ein  einziger  Arbeitsmann  braucht  diese  Luxusartikel, ­
  und  doch  nennt  man  das  eine  zeitgemäße  Tarifreform!
Das  also  ist  die  Erleichterung  für  die  Massen  des  Volkes  von  der
Schwere  der  Abgaben!  Welch  wunderliche  Täuschung!  Tatsächlich ­
  werden  die  Abgaben  dadurch  nur  für  die  Reichen  erleichtert!
Es  handelt  sich  hier  nicht  etwa  um  eine  Parteifrage,  denn
jede  Partei  wünscht  in  erster  Stelle  —  und  zwar  ohne  Rücksicht
auf  Freihandel  oder  Schutzzoll  —  durch  den  Tarif  Einnahmen  aus
dem  Luxus  der  Reichen  zu  gewinnen.  Eine  richtige  Tarifgesetz-Carnegie,
  Kaufmanns  Herrschgewalt.  14
            
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