Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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III.  Silberwährung.

und  in  den  Goldwährungsländern  als  „Scheidemünze“  benutzt
wurde,  so  war  es  für  diese  Nationen  angezeigt,  über  den  relativen
Wert  des  Silbers  zum  Golde  übereinzukommen;  dieser  Wert  wurde
dahin  festgesetzt,  daß  15y a  Unzen  Silber  einer  Unze  reinen  Goldes
gleichkamen.  Man  beachte  wohl,  daß  dieser  Annahme  der  zeitige
Marktpreis  des  Silbers  als  Metall  für  Einkauf  mit  Gold  als  Metall
nach  Möglichkeit  zugrunde  gelegt  wurde.  Die  beteiligten  Nationen ­
  beabsichtigten  keineswegs,  dem  Silber  einen  bloßen  fiktiven, ­
  sondern  vielmehr  den  ihm  wirklich  innewohnenden  Wert
zu  geben.  Und  mehr  als  das:  Jede  der  beteiligten  Nationen  verpflichtete ­
  sich  nach  Ablauf  der  getroffenen  Vereinbarung,  all  das
von  ihr  ausgegebene  Silbergeld  zu  dem  in  dem  Abkommen  festgesetzten ­
  Auswechslungssatze  mit  Gold  einzulösen.  Alles  ließ  sich
unter  diesem  Abkommen  auf  lange  Zeit  hin  ganz  vortrefflich  an.
Die  mehr  fortgeschrittenen  Länder  blieben  bei  ihrer  Goldwährung,
die  weniger  fortgeschrittenen  bei  ihrer  Silberwährung,  und  beiden
Gruppen  war  geholfen.
Was  also  hat  die  Silberfrage,  die  heutzutage  jeder  erörtert,
wieder  aufs  Tapet  gebracht?  Einfach  der  folgende  Umstand:
Während  die  Goldzufuhr  und  damit  auch  der  Goldwert  im  ganzen
stets  derselbe  blieb,  wurden  große  Silberbergwerke  neu  entdeckt,
wundervolle  Verbesserungen  in  den  Bergwerksmaschinen  gemacht
und  noch  wundervollere  Methoden  für  die  Bearbeitung  der  Silbererze ­
  gefunden.  Da  nun  auf  diese  Weise  immer  mehr  und  mehr
Silber  mit  weniger  Kosten  produziert  wurde,  so  fiel  auch  sein
Wert  mehr  und  mehr;  1872  kostete  eine  Unze  Silber  1  Doll.
33  Cent;  heute  kostet  dieselbe  Quantität  nur  noch  1  Doll.  04  Cent.
Zeitweise  ist  das  Silber  auf  93  <y 0  seines  früher  angenommenen
Wertes  gefallen  und  daherum  auf-  und  abgetanzt;  es  hat  also
seinen  stabilen  Wert  vollkommen  verloren.  Infolgedessen  sind
all  die  Länder,  welche  Silberwährung  haben,  in  Wirrwarr  und
ins  Unglück  geraten.  Für  Indien  mit  seinen  285  Millionen  Menschen ­
  ist  die  Silberwährungsfrage  außerordentlich  ernst;  wie  sehr
die  südamerikanischen  Republiken  infolge  ihrer  Silberwährung  und
dem  Wertfall  des  Silbers  als  Normal-Artikel,  nach  welchem  alle
anderen  Artikel  sich  richten,  finanziell  erschüttert  sind,  wissen  wir
alle.  Sogar  die  europäischen  Nationen,  welche  Goldwährung  be-
            
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