Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

Vergleich  der  beiden  Währungen.

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ziertes  Silber  und  werden  außerdem  noch  mit  Silber  von  Europa
her  überschüttet,  statt  dessen  wir  eigentlich  Oold  empfangen  sollten.
Innerhalb  achtzehn  Tagen  haben  wir  9  Millionen  Dollar  in  Gold
verschickt.  Man  sieht,  gedeckt  durch  das  gegenwärtige  amerikanische ­
  Siibergesetz,  hat  Europa  bereits  damit  begonnen,  uns  sein
unterwertiges  Silber  zu  senden;  zu  gleicher  Zeit  beraubt  es  uns
unseres  reinen  Goldes  —  wahrhaftig  ein  für  unser  Land  gefährlicher ­
  Austausch,  welcher  unsere  Gesetzgeber  mit  Scham  erfüllen ­
  sollte.  Man  muß  wohl  verstehen,  bisher  konnte  die  Regierung
trotz  der  beiden  Gesetze,  die  sie  zum  Ankauf  von  Silber  zwingen,
so  schlecht  auch  diese  Gesetze  immerhin  sind  —  dennoch  das
Metall  zum  Marktpreise,  also  ungefähr  371,1—4  Gran  Silber  für
78  Cent  einkaufen;  nur  so  viel  Silber  hat  die  Regierung  in  jeden
sogenannten  Dollar  hineingetan.  Unter  „freier  Münzung“  wird
sich  all  das  ändern.  Die  Silbereigentümer  w'erden  dann  auch
ihrerseits  den  Dollar  für  78  Cent  Metall  erhalten.  Ich  glaube,
das  übertrifft  an  kühlem  Raffinement  alles  bisher  Dagewesene;
und  doch  ist  das,  was  die  Verbindung  der  Landwirte  durch  ihren
Schrei  nach  freier  Prägung  unterstützt,  nichts  anderes,  als  das
Unternehmen,  12%  aus  den  Taschen  eines  jeden  einzelnen  aus
dem  Volke  in  die  Taschen  der  Silbereigentümer  hineinzupraktizieren. ­
  Sicher  stimmen  alle  darin  überein,  daß,  wenn  ein  Dollar
nur  mit  78  Cent  wirklichen  Silberwertes  geprägt  wird,  die  Regierung ­
  und  nicht  die  Silbereigentümer  den  Extragewinn
von  22  Cent  einstecken  sollte.  Die  Regierung  bedarf  dieses  ganzen ­
  Extraüberschusses  um  so  mehr,  als  das  von  ihr  gekaufte  Silber,
wie  ich  bereits  früher  bemerkt,  zum  Marktwert  gekauft,  nur  mit
Verlust  von  Millionen  heute  wieder  losgeschlagen  werden  könnte.
Sollte  die  freie  Silberprägung  Gesetz  werden,  dann  dürften
sich  unsere  eigenen  amerikanischen  Landwirte  sehr  bald  mit  dem  indischen ­
  Landwirt  in  (gleicher  Lage  befinden;  und  doch  sagt  man  uns,
unsere  Landwirte  wären  für  Freisilberschlagung!  Sollte  das  wahr
sein,  dann  gibt  es  nur  eine  Erklärung  dafür  —:  sie  verstehen
ihre  eigenen  Interessen  nicht.  Keine  andere  Volksklasse  hat  ein
so  großes  Interesse  an  der  Aufrechterhältung  der  Goldwährung
und  an  dem  gänzlichen  Aufgeben  der  Silbereinkäufe,  so  wie  an
der  Beseitigung  der  unterwertigen  Münzen,  wie  der  Landwirt:
            
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