Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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III.  Silberwährung.

einen  oder  anderen  Art  unter  dem  Eindruck  steht,  daß  sie  desto
mehr  Geld  haben  würde,  je  mehr  Silber  geprägt  wird.  Wir  wollen
einmal  etwas  näher  darauf  eingehen.  Wenn  die  Regierung  Silber
kauft,  so  zahlt  sie  dafür  entweder  mit  eigenen  Noten  oder  Silberdollars. ­
  Wer  bekommt  beides?  Die  Besitzer  der  Silberbarren.
Wie  kann  also  beides  den  Besitzern  genommen  werden  und  in  die
Taschen  des  Volkes  wandern?  Soweit  wir  die  Silberleute  kennen,
dürfen  wir  kaum  erwarten,  daß  sie  viele  ihrer  Silberdollars  anderen ­
  Leuten  zum  Geschenk  machen.  Nur  wenn  sie  Arbeit  und
Erzeugnisse  des  Volkes  einkaufen,  werden  sie  dieselben  Dollars
zu  dem  Kurse  von  100  Cent  hergeben,  die  ihnen  selbst  nur
78  Cent  gekostet  haben.  Würden  sie  eine  größere  Anzahl  von
78  Cent-Dollars  für  dieselbe  Arbeit  und  dieselben  Erzeugnisse
hergeben,  als  sie  in  100  Cent-Dollars  herzugeben  hätten?  Gewiß
nicht;  es  sei  denn,  daß  die  Bemühungen  der  Regierung,  dem  Silber
einen  künstlichen  Wert  zu  verleihen,  erfolglos  werden,  bis  unser
Geld  so  weit  an  Wert  verloren  hat,  daß  ein  Dollar  vielleicht  nicht
mehr  die  Kaufkraft  auch  nur  eines  halben  Dollars  besitzt;  nach
dem  Goldwerte  berechnet,  würden  die  Siiberleute  unter  allen  Umständen ­
  einen  noch  geringeren  Wert,  als  früher  hergeben,  die  ihnen
selbst  nur  78  Cent  gekostet  haben.  Würden  ziehen?  Nicht  sie,
sondern  die  Silberbesitzer,  welche  für  Rohsilber  im  Werte  von
78  Cent  von  der  Regierung  einen  vollen  Dollar  erhalten,  haben
den  Nutzen  davon.  Das  ist  so  klar,  wie  nur  möglich.  Bis  zu  diesem
Augenblick  ist  der  Dollar,  den  der  Arbeiter  und  der  Landwirt  erhält, ­
  wirklich  auch  einen  vollen  Dollar  wert,  weil  die  Regierung
infolge  ihrer  außerordentlichen  Bemühungen  bis  jetzt  imstande
gewesen  ist,  ihm  seinen  vollen  Wert  zu  erhalten;  aber  sobald  wir
eine  „Freisilberprägung“  haben  werden,  muß  der  Silberdollar  auf
seinen  eigentlichen  Wert  herabsinken  —  nämlich  auf  78  Cent  —-und
  der  Landwirt  und  der  Arbeitsmann  wird  sich  dann  betrogen
finden;  man  sieht,  die  Interessen  des  Landwirts,  des  Mechanikers
und  des  Arbeiters,  kurz  aller  derer,  welche  für  Lohn  arbeiten,
fordern,  daß  sie  mit  dem  besten  und  nicht  mit  billigem  Geld  —  also
in  Gold  und  nicht  in  Silber  bezahlt  werden.
Bis  auf  diese  Stunde  haben  wir  Amerikaner  an  der  Goldwährung ­
  festgehalten.  All  und  jedes  in  den  Vereinigten  Staaten
            
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