Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

Ansprache  an  Arbeiter.

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Bücher  und  machte  öffentlich  bekannt,  daß  er  diese  Bücher  jeden
Sonnabend  an  Knaben  und  junge  Leute  ausleihen  würde.  Sie
können  sich  gar  nicht  vorstellen,  mit  welcher  Spannung  einige
unter  uns,  die  sich  diese  Gelegenheit,  Kenntnisse  zu  erwerben,
zunutze  machten,  jedem  Sonnabend  Nachmittag  entgegensahen,
an  dem  wir  unser  Buch  gegen  ein  anderes  Umtauschen  konnten.
Der  hauptsächlichste  Teilhaber  in  unseren  Betrieben,  Herr  Phipps,
hatte  geradeso  wie  ich  selbst  Zugang  zu  den  Schätzen  des  Wissens
gefunden.  Aus  eigenster  Erfahrung  weiß  ich,  daß  nichts  so  sehr
zum  Guten  beiträgt,  nichts  so  auf  eine  Gemeinschaft  wirkt,  als
Einrichtungen,  welche  die  in  Büchern  aufgestapelten  Schätze  in  den
Bereich  aller  bringen.  Gelegentlich  finden  wir  auch  in  unseren
Tagen  Spuren  des  alten  Vorurteils,  das  sich  früher  allgemein  gegen
die  Erziehung  der  Massen  des  Volkes  wandte.  Ich  wundere
mich  nicht,  daß  desgleichen  existiert,  wenn  ich  bedenke,  was
bis  jetzt  als  Erziehung  galt.  In  dem  Bestreben,  Wissen  zu  erlangen ­
  durch  das  Studium  einer  unwissenden  Vergangenheit,  deren
nützlichstes  Ergebnis  uns  hauptsächlich  lehrt,  nicht,  was  des  Aneignens
  wert,  sondern  was  zu  vermeiden  ist,  verloren  die  Menschen
ihre  besten  Jahre.  Männer  ließen  ihre  Söhne  Schulen  besuchen,
in  denen  die  Kräfte  mit  dem  Erlernen  von  Sprachen,  wie  Griechisch
und  Lateinisch,  vergeudet  werden,  also  mit  Dingen,  die  für  junge
Leute  nicht  mehr  Nutzen  haben,  als  Choctaw.  Ich  habe  nur
wenige  akademisch  gebildete  Leute  gefunden,  die  Shakespeare
oder  Milton  näher  gekannt  hätten.  Sie  wußten  ihnen  alles  mögliche ­
  über  Ulysses  oder  Agamemnon  zu  erzählen;  doch  was  ist
all  das  im  Vergleich  zu  unseren  eigenen  Klassikern?  Rüssel
Lowell  hat  uns  einen  großen  Dienst  erwiesen,  für  den  wir  ihm
zu  höchstem  Dank  verpflichtet  sind.  Er  erklärte  nämlich  ganz
offen,  daß  in  Shakespeare  allein  mehr  Schätze  zu  finden  seien,
als  in  allen  Klassikern  des  Altertums  zusammengenommen.  Junge
Leute  werden  vollgestopft  mit  allen  Einzelheiten  unbedeutender
und  erbärmlicher  Kämpfe  zwischen  Wilden;  man  hat  sie  gelehrt,
eine  Bande  von  Räubern  als  Helden  zu  verehren,  und  daraufhin ­
  nannte  man  diese  jungen  Leute  gebildet.  Sie  sind  erzogen,
als  sollten  sie  auf  irgendeinen  anderen  Planeten  und  nicht  auf
unserer  Erde  leben!  Irgendwelche  Belehrung  im  eigentlichen  Sinne
            
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