Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

—  iso  —
den  Urkunden  2  und  22  gezeigt  worden.  Salzungen  war  ein  königlicher ­
  Ort,  in  dem  schon  zur  Zeit  Karls  des  Großen  Salzgewinnung
stattfand.  Otto  I.  schenkte  ihn  mit  einzelnen  Salzwerken  an  Magdeburg, ­
  das  ihn  nebst  den  Salinen  mit  Einwilligung  des  Königs  an  Fulda
übertrug.  Schon  Karl  der  Große  schenkte  775  einen  Teil  der  Salzwerke ­
  in  Salzungen  an  Hersfeld.  Übrigens  bekundet  v.  Koch-Sternfeld ­
  II  68,  daß  die  Kirchen  Hersfeld,  Fulda,  Mainz  und  Würzburg
mit  den  Salzwerken  in  Salzungen  „viel  in  Eigentum  und  Pfandschaften
wechselten“.  Der  Besitz  eines  puteus  salis  in  Salzungen  durch  Hersfeld
im  Jahre  1137  steht  also  der  Annahme  des  Salzregals  nicht  entgegen.
Die  Urkunde  41 1  enthält  die  kaiserliche  Bestätigung  vom  Mai
1144  für  eine  Schenkung  des  Richters  und  Wechslers  Heinrich  von
Lauffen  an  die  Abtei  St.  Peter  in  Salzburg,  welche  zum  Gegenstände
hat:  octavam  partem  aquae  salinae,  quam  quidam  Heinricus  judex  ac
trapezita  (Wechsler)  Salzburgensis  in  loco  super  tekkindorferebret  vivens
  illam  designaverat.
Haec  aqua,  ad  jus  venerabilis  archiepiscopi  salzburgensis  Cuonradi
  pertinuit,  quia  dum  idem  Heinricus  judex  ac  trapezita  ipsius
esset,  eam  de  rebus  ejus  lucratus  fuit 2 .
Daß  Salzburg  seine  Salinen  vom  Kaiser  de  regalibus  hatte,  ist
bereits  nachgewiesen.
In  der  Urkunde  42 3  übereignet  der  Erzbischof  Eberhard  von  Salzburg ­
  apud  Seccowe  fontem  aquae  salsae  prope  montem  Hartberg  und
gibt  dazu  „dimidium  mansum  fonti  vicinum,  jure,  quo  mihi  serviebat“.
Wie  v.  Muchar  bemerkt,  wissen  wir  außer  durch  diese  Urkunde  nichts
Uber  jene  Salzquelle.  Da  aber  der  nämliche  Erzbischof  Eberhard  1160
erklärt  hat,  daß  Salzburg  seine  Salinen  „de  regalibus  imperii“ 4  hatte,
vielfache  Verleihungen  von  Salinen  durch  die  Kaiser  an  Salzburg  auch
bekannt  sind,  so  wird  anzunehmen  sein,  daß  die  Salzquelle  am  Hartberge ­
  vom  Kaiser  in  den  Besitz  von  Salzburg  gekommen  ist.
Die  Urkunden  43  und  44  besprechen  den  nämlichen  Fall.  Im
Jahre  1150  entstand  auf  dem  Gebiete  Lindenau  eine  Salzquelle,  heute
Friedrichshall  an  der  Werra 5 .  Die  Erzbischöfe  zu  Bamberg  waren
Territorialherren  jenes  Gebiets,  hatten  es  den  Grafen  von  Henneberg
als  Lehen  überlassen,  welche  ihrerseits  jene  Quelle  mit  anderen  Gegen-1
  v.  Koch-Sternfeld  II  128.
2  Monumenta  Boica  tom.  XXIX  p.  248.
3  Diplomataria  S.  Styriae  I  p.  150.
1  Geschichte  des  Herzogtums  Steiermark,  3.  Teil  S.  102,  103.
5  S.  v.  Muchar  III  105,  Anm.  2.
            
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