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vom Jahre 1182, daß seinem Vater, wie ihm selbst, „ab Imperiali
largitate“ die Salze und Metalle verliehen sind. Daß die Witwe
Ottokars VII. einen „mansus, ubi foditur ferrum“ besaß, scheint somit
kein Umstand, welcher das Bergregal zu widerlegen geeignet sein
dürfte.
Am 29 Juli 1167 1 schenkte Kaiser Friedrich I. dem Erzbischof
von Köln: „curtem nostram in Eikenhaim cum hominibus possessioni-
bus Argentifodinis, omnibusque aliis pertinentiis.“ Wie Hüllmann 2
durch diese Urkunde das Bergregal widerlegen will, vermag ich nicht
abzusehen.
Im Jahre 1177 verlieh Kaiser Friedrich I. dem Kloster Neustift;
„montem Vilanders cum fodinis aliisque possessionibus ab Ar
nolde comite et Regniberto de Sebene eidem ecclesiae collatis, nec
non et fodine ferri, que apud Fufillum reperte sunt ut
predicta ecclesia memoratas fodinas tarn in monte Vilanders, quam
aput Furfillum cum omni jure et utilitate, que nunc vel in futurum
inde provenire poterit, libere teneat et possideat. “ *
v. Sperges 4 folgert aus dieser Urkunde das Bergregal und mit
Recht: denn, falls die Bergwerke nur Zubehör zum Oberflächenbesitze
waren, wie konnte der Kaiser die auf ihm nicht gehörigen Besitzungen
entdeckten Silbergruben verleihen f Umgekehrt folgert Hüllmann 6 daraus,
daß jener Graf Arnold Gruben bei Vilanders schon früher besessen hat,
die Zugehörigkeit der Bergwerke zu Grund Boden. Diese Folgerung
erscheint nicht richtig. Der Kaiser bestätigt allerdings auch dem Kloster
solche Gruben, welche ihm vom Grafen Arnold geschenkt sind. Allein
dies erklärt sich, da dieser Graf jene Gruben vom Kaiser hatte 6 . Er
war aus dem Hause von Eppan (de Piano), deren Herrschaften Fried
rich I. bei der Verleihung des Bergregals an den Bischof von Trient
ausnahm. Schließlich bleibt zu beachten, daß, wenn die Berg
werke des Grafen nicht vom Kaiser herrührten, die kaiserliche Bestä-
tigung ihrer Übertragung gar nicht nötig gewesen wäre 7 .
1 Die Urkunde findet sich in Nikolaus Kindlinger, Münsterische Beiträge usw.,
Münster 1793, III 62, 63.
2 Geschichte des Ursprungs der Regalien S. 65.
3 v. Sperges, Tyrolische Bergwerksgeschichte, Wien 1765, S. 34.
4 S. 34, 35.
5 Geschichte des Ursprungs der Regalien S. 65. Hüllmann setzt übrigens
fälschlich die Schenkung von Vilanders in das elfte, statt in das zwölfte Jahr
hundert. Ihm folgt hierin Grueter (Regesten No. 20).
6 Vgl. v. Sperges S. 46 ff.
7 S. auch v. Sperges S. 34 ff.