Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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den  Bergbau  von  den  Römern  erlernt  haben,  wie  diese  wahrscheinlich
von  Karthagern  und  Griechen l ,  so  wird  auch  behauptet  werden  dürfen,
daß  sie  von  den  Römern  auch  die  Bergwerksverfassung  und  die  Berggesetzgebung ­
  übernommen  haben.  Hierfür  spricht  schon  der  Umstand,
daß  die  Bergbaufreiheit  aus  dem  Römischen  Rechte  in  das  Breviarium
Alaricianum  übernommen  wurde.  Die  verschiedenen  Epitome  sind  nach
Haenel  XXXV  bis  XL  mit  Ausnahme  der  epitome  S.  Galli,  welche  aus
Rhätien  ist,  sämtlich  aus  Gallien.  Ihre  Abfassung  ist  in  oder  um  das
8.  Jahrhundert,  also  annähernd  in  die  Karolingerzeit  zu  setzen.  Gerade
aber  nach  dem  Westen  führen  sich  die  Spuren  fast  aller  Bergwerke  Nord-,
Mittel-  und  Ostdeutschlands  zurück.  Achenbach 1  2  ist  der  Ansicht,  daß
vom  Rhein  her,  wo  bereits  die  Römer  Bergbau  betrieben  hatten,  der  Strom
der  Bergleute  nach  dem  Harz-  und  Fichtelgebirge  und  von  da  weiteostwärts
  gezogen  ist.  Diese  Ansicht  erscheint  wohl  begründet.  Im  9.
Jahrhundert  singt  Otfried  von  Weißenburg  vom  Frankenlande 3 :
Zi  Nuzze  grebit  man  auch  thar,
Er  in  die  Kuphar
Joh  bi  thia  Meina
In  sine  Steina
Auch  thara  zu  fuagi
Silabar  ginuage
Joh  lesent  thar  in  die  Lante
Golt  in  die  Sante.
Der  Bergbau  bei  Goslar  am  Harz  ist  unter  Heinrich  1.  oder
Otto  I.  von  fränkischen  Bergleuten  aufgenommen,  desgleichen  ist  der
Bergbau  am  Oberharz  um  IOOO  von  fränkischen  Bergleuten  eröffnet
worden 4 .  Dies  bezeugen  noch  heute  die  Namen  des  Frankenberges
bei  Goslar  und  der  Frankenscharner  Silberhütte  bei  Clausthal 5 .  Vom
Harz  ist  der  Bergbau  nach  dem  Mansfeldischen  vorgedrungen  und
Harzer  Bergleute  haben  auf  dem  Wege  von  Zellerfeld  im  Harz  nach
1  Flade,  Römisches  Bergrecht  etc.,  Freyberg  1805,  S.  noff.  Walter  1  607  ft'.
Neuburg  in  der  Zeitschrift  für  die  gesamte  Staatswissenschaft  igoo,  S.  294  a.  a.  O.
bes.  S.  335,  Mispoulet  p.  44,  Roztowzew,  Fitzier  u.  a.  m.
s  Deutsches  Bergrecht  S.  29  ff.
0  Adolph  Beyers  Berg  Staatsrechtslehre,  herausgegeben  von  Franz  Ludwig
von  Kankrin,  2.  Aufl.,  Halle  1790,  S.  28.
4  Gurlt,  Bergbaukunde  S.  20.  S.  in  den  Monumenta  Germaniae  Historica
Scriptorum  tom.  VI  (Hannoverae  1849),  Annalista  Saxo  p.  660.  „Nam  et  montem
(bei  Goslar)  a  primis  illius  loci  Frankenesberch  nominatum  dicunt.“
5  Johann  Friedrich  Klotzsch,  Ursprung  der  Bergwerke  in  Sachsen,  Chemnitz ­
  1764,  S.  28.
            
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