Object: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Zweites Buch. 
Die Gegner. 
Mit Say, Ricardo und Malthus scheint die Wissenschaft der National 
ökonomie eine Zeitlang endgültig konstituiert und abgeschlossen zu sein. 
Freilich besteht zwischen diesen Schriftstellern keine vollkommene 
Übereinstimmung. Viele Punkte bleiben noch dunkel. Viele Theorien 
geben noch Anlaß zur Diskussion. Ein klar voraussehendes Auge hätte 
damals schon in dem schönen Gebäude, das soeben errichtet worden war, 
Risse bemerken können, sie sehr bald sich zu großen Sprüngen erweitern 
sollten. Aber die Übereinstimmung in den praktischen Folgerungen, der 
allen diesen Nationalökonomen gemeinsame Liberalismus, verschleierte 
diese geheimen Fehler und ließ nach außen nur die Größe und Einfachheit 
der neuen Wissenschaft zutage treten. 
Kaum geboren, hatte sie aber einen mit dem größten Nachdrucke 
geführten Angriff auszuhalten. 
In diesem zweiten Teile werden wir jetzt die Einwürfe und die Kritiken 
aller Art, denen die neue Wissenschaft der Nationalökonomie ausgesetzt 
war, darlegen. Von allen Seiten stehen abtrünnige Jünger auf, die eine 
Grundlage des Gebäudes nach der anderen zu untergraben suchen. 
Zuerst ist hier Sismondi zu nennen, ein rein kritischer Geist, der ein 
unvergeßliches Bild der Leiden und des Elends entwirft, wie sie die freie 
Konkurrenz geschaffen hatte. Kühnere Geister werden versuchen, neue 
Prinzipien der sozialen Organisation zu finden. Die Saint-Simonisten 
verlangen die Abschaffung des Privateigentums und des Erbrechtes, sowie 
die zentralisierte Leitung der Industrie durch eine allwissende Regierung. 
Die Assozialisten — Owen, Fourier, Louis Blanc — wollen an Stelle 
der Herrschaft des persönlichen Interesses die der freiwilligen Kooperation 
setzen. Proudhon träumt davon, Freiheit und Gerechtigkeit in einem 
vcrvollkommneten Tauschsystem zu versöhnen, in dem das Geld keinen 
Platz mehr hat. Und dann findet der warmherzige Internationalismus
	        
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