Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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reichte,  ist  nicht  unstreitig 1 .  So  viel  ist  unzweifelhaft,  daß  sie  in  den
inneren  Landesangelegenheiten  souverän  waren  und  alle  Regalien,  z.  B.
das  Markt-,  Mühlen-,  Zoll-  und  Münzregal 1  2  innerhalb  ihres  Gebietes  inne
hatten.  Das  Wesentlichste  für  unsere  Untersuchung  ist  der  Umstand,
daß  nicht  die  Grundherren,  sondern  der  Souverän  Herr  der  Bergwerke
war.  Dies  ergibt  sich  nicht  nur  aus  dem  Iglauer  und  Kuttenberger
Bergrecht,  sondern  folgt  noch  aus  vielen  andern  Quellenzeugnissen,
z.  B.  der  Urkunde  vom  i.  September  1200,  in  welcher  der  Mährenherzog
Wladislaus  dem  Kloster  Hradisch  die  Erträge  (proventus)  und  allen
Nutzen  aus  den  Bergwerken  überträgt,  welcher  etwa  in  Zukunft  in  einem
dem  Kloster  gehörigen  Walde  gefunden  werden  würden 3 .
In  ähnlicher  Weise  überließ  König  Premysl  Otakar  I.  einem  Peter
Castellan  von  Vöttau  im  Jahre  1227
„de  libera  voluntate  et  auctoritate“  „usum  et  urburam  auri  fbdinarum,
  que  nunc  ibidem  (um  Janitz,  welches  Vöttau  erbaut  hatte)
in  circuitu  civitatis  Dammic  sunt,  atque  in  futurum  fuerint  ibidem
reperte,  omnemque  proventum  de  montibus  ibidem,  sive  sit  in
auro,  argento,  plumbo,  ferro  aliisque  metallis“ 4 .
Daß  die  Herrscher  Böhmens  dabei  etwa  nur  den  Hohenstaufen
nachgeahmt  haben,  ist  nicht  erwiesen  und  dürfte  auch  wenig  wahrscheinlich
sein.  Andererseits  zeigen  diese  Tatsachen,  daß  die  Könige  Böhmens
schon  lange  vor  dem  Iglauer  Statut  nicht  als  private  Grundbesitzer,  sondern
als  Landes-  und  Regalherren  über  die  Bergwerke  verfügt  haben.
Das  Sächsische  (Freiberger)  Bergrecht 5 .
§  14.  Das  Freiberger  Bergrecht  ist  uns  in  späteren  Aufzeichnungen
überliefert,  welche  Johann  Friedrich  Klotzsch  in  seinem  Buche:  Ursprung
der  Bergwerke,  aus  der  Geschichte  in  Sachsen  mittlerer  Zeit  untersuchet

1  Vgl.  Waitz,  Deutsche  Verfassungsgeschichte  VIII  474.
8  Urkunden  2,  11,  12  u.  a.  bei  Sternberg.
8  Bei  Sternberg,  Urkundenbuch  S.  4:
„cum  omnibus  proventibus  et  omni  utilitate  Metallorum  si  que  ibidem
postmodum  inventa  fuerint  nunc  et  in  posterum  ex  eisdem  percipiendis.“
4  Urkunde  4  bei  Sternberg,  s.  auch  Urkunden  5,  6  u.  a.
6  S.  hierzu  Ermisch,  Sächsisches  Bergrecht  S.  XXIX,  LXXI  a.  a.  O.;  Das
ältere  Freiberger  Bergrecht  S.  5.  Zycha,  Ältestes  Bergrecht  S.  74.  Leuthold  in
der  Zeitschrift  für  Bergrecht  Bd.  21  S.  13  f.  Arndt  in  der  Zeitschrift  für  Rechtsgeschichte, ­
  Germ.  Abteilung,  Bd.  24  S.  39—110.  Arndt  in  der  Zeitschrift  für  Bergrecht ­
  Bd.  54  S.  125.  Arndt  in  der  Zeitschrift  für  die  gesamte  Staatswissenschaft
Bd.  70  S.  233.
            
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