Full text : Ueber Betheiligung der Arbeiter am Unternehmergewinn

Ueber  Gewinnbetheiligung  der  Arbeiter.

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guten  Betriebe  des  Geschäfts  beitragen  würde.  Während  die  früheren  Eigenthümer ­
  der  Fabrik  vier  Fünftel  des  Actiencapitals  selbst  behielten,  soll  sich
der  übrige  Theil  auf  1100  Actionäre  vertheilen.  Wie  viele  derselben
Arbeiter  und  Angestellte  der  Fabrik  sind,  ist  nicht  ersichtlich.  Die  Gesellschaft ­
  prosperirt,  die  Aetien  stehn  ansehnlich  über  pari  und  es  sind  Dividenden ­
  von  15  Procent  vertheilt  worden.
Ich  muß  jedoch  auf  das  Entschiedenste  bestreiten,  daß  diese  günstigen
Resultate  der  Betheiligung  der  Arbeiter  am  Eigenthum  der  Fabrik  zuzuschreiben ­
  sind  und  grade  die  Heranziehung  dieses  Beispiels  für  die  Erfolge
der  Ibäustrial  partnership  als  eines  der  gefährlichsten  bezeichnen.
Zunächst  zählt  die  Fabrik  circa  5000  Arbeiter,  von  denen  (da  sich
22000  Actien  auf  1100  Personen  vertheilen,  also  auf  die  Person
>10  Actien  ä  15  Pfund  kommen)  nur  ein  ganz  unbedeutendes  Bruchtheil
Actionäre  der  Fabrik  sein  werden,  welches  ein  bestimmender  Einfluß  auf  die
große  Mehrzahl  nicht  ausüben  kann.  Aber  selbst  angenommen  eine  größere
Zahl  der  Arbeiter  find  Actionäre,  so  wird  jeder  nur  irgend  Geschäftskundige
zugeben  müssen,  daß  auch  alsoann  kein  wirksamer  Einfluß  auf  oen  Gang  des
Unternehmens  von  ihnen  geübt  werden  kann.  Ein  so  vielseitiges  weitver-.
zweigtes  Geschäft,  bei  welchem  Alles  vom  günstigen  Einkauf  des  Rohmaterials,
der  Kenntniß  der  Märkte,  der  Geschmacksrichtung  und  unzähligen  andern
Dingen,  die  dem  Arbeiter  vollkommen  abgehn,  abhängt,^ist  das  denkbar  ungeeignetste ­
  Gebiet  für  eine  inclustrial  partnership.  Seine  Erfolge  dieser
Einrichtung  zuzuschreiben,  ist  eine  vollständige  Verkennung  der  Verhältnisse;
hieraus  Anregung  zur  Nachahmung  für  andere  Gebiete  der  Textil-Industrie
schöpfen  zu  wollen,  wäre  gänzlich  unstatthaft.  Die  Prosperität  der  Croßletsschen
  Fabriken  beruht  einzig  auf  der  günstigen  Lage  der  Branche  überhaupt,
auf  dem  Rufe  des  Weltgeschäfts,  den  er  bereits  früher  gehabt  hat,  der
seinen  Waaren  auf  allen  Märkten  guten  Klang  verschafft  und  den  es  sich
durch  tüchtige  Leitung  auch  weiter  bewahrt  hat.  Ist  also  hier  der  Nutzen,
den  die  Betheiligung  der  Arbeiter  am  Eigenthum  der  Fabrik  herbeigeführt
hat,  ein  mehr  als  problematischer,  so  kann  der  Schaden,  der  dem  Arbeiter
daraus  erwächst,  leicht  ein  um  so  verhängnißvoller  werden,  da  Geschäfte,  wie
das  besprochene  wegen  der  schwankenden  Erfolge  zu  den  riskantesten  Aetienunternehmungen
  gehören,  an  denen  sich  die  Arbeiter  unter  keinen  Umständen  betheiligen ­
  sollten.  Wenn  bei  der  Croßley-Gesellschaft  in  der  nicht  langen  Zeit
ihres  Bestehens  noch  alles  gut  gegangen  ist,  so  liegt  der  Grund  in  der  hervorragenden ­
  Stellung  des  Etablissements.  Was  die  Zukunft  derselben  anbetrifft, ­
  so  kann  ich  mit  Thornton  nur  die  Ansicht  aussprechen,  daß  die  Betheiligung ­
  der  Arbeiter  am  Actiencapital  nur  eine  vorübergehende,  mehr  und
inehr  abnehmende  sein  wird.  Wenn  das  Geschlecht  der  jetzigen  Arbeiter-Actionäre
  ausgestorbcn  ist,  wird  es  nur  einem  kleinen  Theile  der  Nachkommen
möglich  sein,  die  Actien  zu  conserviren;  sie  werden  die  Erbschaft  theilen
müssen,  und  falls  sie  nicht  gleichfalls  im  Geschäfte  thätig  sind,  gar  kein  Interesse ­
  haben,  Actionäre  zu  bleiben.  Die  Croßley-Gesellschaft  wird  eine  Actiengesellschaft
  werden,  wie  alle  übrigen.
Schristen  VI.  —  Gewiimbetheil.  der  Arbeiter.  3
            
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