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Weigert.
Unser würdiger Wilhelm Borchert juu. hat im Jahre 1868 sein
Messingwerk in eine Arbeitsgesellschaft umgewandelt, indem er seinen Angestellten
und Arbeitern gestattete, Antheile daran zu erwerben und dieselben
sowohl nach Maßgabe ihrer Einlage, wie der geleisteten Arbeit an dem Productionsgewinn
participiren ließ. Derselbe entsteht, nachdem 5 Procent Leihgebühr,
6 Procent Risikoprümie für das Capital, sowie 3000 Thaler Gehalt
an den Besitzer gedeckt worden sind. Die auf die Arbeit entfallende
Quote wird Bonus genannt, der dem Capital zukommende Antheil Dividende;
beide sind gleichwerthig. An dem Bonus haben die festen Zeitlöhne
höheren Antheil als die Accord- und Stücklöhne. Diese Einrichtung Hai sick
5 Jahre bis Ende 1872 bewährt. Daß eine vergrößerte Leistungsfähigkeit des
Etablissements stattgefunden hat, ist zwar nicht behauptet worden; der edle
Sinn des Besitzers hat seine kleine Zahl von Arbeitern (circa 70) an dem
Gewinn des Geschäfts participiren lassen und war in der Lage, ihnen einen
jährlichen Bonus auszahlen zu können; die Einlagen der Beamten und
Arbeiter waren am Schlüsse des Jahres 1871 auf 31,325 Thaler herangewachsen,
es participirten daran 4 Beamte und 39 Arbeiter, also ungefähr
die Hälfte derselben. Der weitere Erfolg dieses Unternehmens, welches durch
die geringe Zahl der Beschäftigten einen Theil der Mißstände der Arbeitsgesellschaft
vermeidet und durch die Humanität des Besitzers gute Garantien
bot, wurde durch die im Jahre 1873 eingetretene Umwandlung desselben in
eine Actiengesellschaft unterbrochen. Mit derselben ist die Betheiligung
der Arbeiter am Productionsgewinne gefallen und denselben
nur eine Capitalbetheiligung unter einigen Modificationen, die durch die Umwandlung
in die Actiengesellschaft hervorgerufen worden, gestattet. Der
socialistische Bonus hat also aufgehört, und die individualistische Fleißprämie
ist eingeführt worden. Borchert sagt in seinem von Engel verfaßten Schreiben
an die Arbeiter („Eine Partnerschaft als Actienunternehmen" Arbeiterfreund
X. Pag. 335 sq.) Folgendes: „Es soll zu dem Normallohn eine
P roductionstantiöme hinzutreten und zwar, indem eine gewisse Normalleistung
angenommen wird in progressivein Verhältnisse zu der dieselbe überschreitenden
wirklichen Leistung. Diese Productionstantimne ersetzt den Bonus,
der ja nur die Frucht des Fleißes ist (sein sollte!!); sie wird monatlich von
dem Geschäft festgestellt und ausbezahlt.
„Zwei Erfahrungen sind es vorzugsweise, die mich zu dieser Verwandlung
des Bonus in eine Productionstantieme gedrängt haben.
„Die eine Erfahrung, die ich gemacht, ist die, daß ein großer Theil,
namentlich der nur kürzere Zeit im Geschäfte verbleibenden Arbeiter die
Bonusverthcilung als etwas in so ferner Zukunft Liegendes und Unbestimmtes
betrachtet, daß sie ihm kein hinlänglicher Antrieb zur Entfaltung eines
Maximums von Fleiß und Sorgfalt während eines ganzen, Jahres ist.
Weil ihm die kleine Wochen- oder Monats-Lohnzulage wie der Sperling in
der Hand, die größere, am Jahresschluß auf einmal zu Theil werdende
Summe des Bonus aber wie die Taube auf dem Dache erscheint, so zieht
er in der Regel eine Monatszulage vor und macht davon fein Gehen oder
Bleiben in der Fabrik abhängig.