Object: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

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die ja de facto ohne alle Verfassung schon annexiert und mediati- 
siert sind. Es ist au fond ohne alle Wichtigkeit, was die Kerls 
zusammenstümpern, in der jetzigen bismarckolatrischen Stim- 
mung des Philisters repräsentieren sie doch die öffentliche Bürger- 
‚meinung und führen nur ihren Willen aus. Der brave Bürger 
scheint entschlossen zu sein, keinen „Konflikt“ mehr haben zu 
wollen. Die Bewegung — sowohl die innere, die doch auch wieder 
kommt, wie die europäische — wird über diesen ganzen Dreck 
bald genug zur Tagesordnung übergehn. 
2 Bei der Wahl hat Schuft Schweitzer” sich auch an x Stellen 
als Kandidat gemeldet, aber überall durchgefallen. Von Barmen 
schickte man mir 2 Druckschriften über ihn zu, wovon eine ’in- 
liegend, die andre, kleinere, folgt; ich habe sie nicht bei mir. 
Das inliegende geht offenbar von der Hatzfeldtschen Sorte aus. 
Stieber macht sich wieder wichtig in der Volkszeitung wegen 
der Eichhoffschen Geschichten im Hermann, der Koller kommt 
auch darin vor. Siehe Hermann. 
Das gemäßigte Resultat des allgemeinen Stimmrechts in 
Deutschland hat jedenfalls dazu beigetragen, daß hier das house- 
» hold Suffrage plötzlich so populär bei den Offiziellen wird. Es 
wäre hübsch, wenn dadurch das household Suffrage durchginge, 
da würde sich hier rasch Manches ändern und die Bewegung auf 
den Strumpf kommen. 
Trade here ist noch immer in der äußersten Stagnation. Indien 
» und China sind durch die Konsignationen der Fabrikanten über- 
führt, in Stockport ist ein Strike von 20000 Leuten, short time 
„immt überhand, und wenn das sich nicht bald ändert, so haben 
wir im Mai die schönste Krisis der Überproduktion, Das kann der 
radikalen Reformbewegung nur helfen. 
2 Die Dipl[omatic] Review ist diesmal sehr gut. Sowie der alte 
D. Ulrquhart] wieder facts bekommt, ist er all right; die sonder- 
baren Manöver Beusts hatten mich indes schon avertiert. Trotz- 
dem daß die Sachsen (vide Herr v. Seebach im Krimkrieg) stets 
mit den Russen mogelten, trotzdem daß Beust während des däni- 
‚3 schen Kriegs jene so ostentatiös grobe Depesche an die Russen 
schrieb, kommt es mir doch schwer, mich zu entscheiden, ob die 
Russen den Kerl wirklich gekauft oder ob sie ihn gratis 
und unbewußt bekommen haben. Mir scheint fast, die grenzenlose 
Eitelkeit des kleinen sächsischen Schissers reicht hin, die ganze 
„ Historie zu erklären — natürlich werden die Russen know how to 
improve the occasion. 
Zur Übung in der Vulgärdemokratie habe ich mir dieser Tage 
(Der folgende Teil des Briefes ist abgerissen.] 
1) Im Orig. Schweizer 
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