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soldatentums gegenübergestellt, von denen nur der eine als Träger
hes Frontgeschlechtes im Geiste der Erneuerung zu betrachten ist:
Der Landsknecht und der Feldgraue.
Für den Landsknecht ist der Krieg gleichsam ein Sport. Er sieht
den Sinn des Krieges in der Ungebundenheit und Sorglosigkeit,
hie ihm wohltut. Der Hang zum Abenteuer ist das, was ihn gefühls⸗
mäßig erfaßt.
Dem Feldgrauen ist der Krieg das höchste Sinnbild staatsbürger⸗
sicher Pflichterfüllung. Die Pflichterfüllung im Kampfe wird für ihn
zum Prüfstein vorhandener sittlicher Werte. Den Sinn seines Kriegs⸗
erlebnisses erkennt er in der Flut neuer und aufbauender Gedanken,
die aus dieser Prüfung aufsteigen.
In dieser gegensätzlichen Auffassung vom Fronterlebnis liegt der
Vrund für den Zwist der Staat und Nation bejahenden Gruppen des
deutschen Volkes.
Den Krieg und die in ihm vollbrachten ruhmreichen Taten nur
mit Pomp und Phrasen zu feiern, heißt das Sittliche im Fronterlebnis
berschweigen. Wenn nun dieses Erlebnis keinen sittlichen Inhalt hätte,
so würden alle Gedenktage keinen Sinn haben. Wer aber die Größe der
sittlichen Taten von 1914-1918 erkannt hat, der muß sich verpflichtet
fühlen, ihren Geist und Wert in die Zukunft hineinzutragen.
Die Fortentwicklung des Fronterlebnisses, seiner
settlichen Güter und geistigen Erkenntnisse, ist die
Pflicht des Frontgeschlechtes.
Das Stehenbleiben bei der Pflege der Erinnerung ruhmreicher
Taten soll denen überlassen sein, welche sich auf ihr Altenteil zurück—
gezogen haben, weil sie für den weiteren Kampf seelisch zu alt ge—
worden sind.
Erkenntnisse des Frontgeschlechtes
Das Frontgeschlecht hat in der Schule des Krieges
erkannut, daß die Stufung der Menschen nach Stand und
NRang ihren Sinn verloren hat.
In den Kämpfen des Krieges lernte der Frontsoldat den Men schen
nach seinem Wert beurteilen. Er lernte die Unhaltbarkeit einer Be—
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