Contents : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Entwickelung  durch  Schleifen.
Nord-*)  und  Südamerika.  In  ausgedehntestem  Maße  sind  sie  bei  der  oben  schon  besprochenen ­
  Peruanischen  Zentralbahn  Lima-Oroya  zur  Anwendung  gebracht.  In  kühnen
Zickzacklinien  sind  hier  die  steilen  Kordillerenabhänge  genommen,  wohl  das  großartigste
Beispiel  dieser  Art  von  Linienentwickelung.  Jede  der  Kopfstationen  ist  hier  mit  einer
Drehscheibe  ausgestattet,  auf  der  die  Zuglokomotive  „gedreht"  wird,  so  daß  sie  stets
mit  dem  Schornsteine  voran  den  Zug  befördert.  Fehlt  die  Drehscheibe,  so  muß  auf  jeder
Station  ein  Umsetzen  der  Lokomotive  erfolgen,  oder  diese  zieht  und  schiebt  abwechselnd  den
Zug  (S.  94).  Die  Kopfstationen  sind  ein  Übelstand.  Sie  verlangsamen  nicht  nur  den
Betrieb,  sondern  machen  ihn  auch  unbequem  und  nicht  ungefährlich.
Für  Gebirgsbahnen  des  durchgehenden  Verkehres  stellt  sich  deshalb  die  Serpentine
mit  Wendekurven,  das  ist  die  Schleife,  im  allgemeinen  zweckmäßiger,  wenngleich  meistens
teurer  in  der  Anlage  durch  die  erforderlich  werdenden  Kunstbauten  an  den  Wendepunkten.
Eine  derartige  Schleife  beginnt  in  der  Regel  in  einem  stark  ansteigenden  Thale,  da,  wo

82.  Dir  Triberger  Kchtrifcn  aus  der  Vogelschau.

die  Linie  nur  noch  wenig  über  der  Thalsohle  oder  dem  Hochwasserspiegel  liegt,  wo  sie
also  tiefer  nicht  mehr  angeordnet,  aber  doch  noch  mit  dem  zulässig  kleinsten  Krümmungshalbmesser ­
  aus  ihrer  Richtung  in  die  Umkehr  abgelenkt  werden  kann.  Gewöhnlich  erfolgt
diese  Richtungsumkehr  (um  180°)  durch  einen  Kehrtuunel,  da  eine  offene  Führung  seltener
möglich  ist.  Die  Bahnlinie  zieht  sich  nun  rückwärts,  d.  h.  thalabwärts,  jedoch  unter  stetigem
Steigen,  bis  sie  in  einer  Seitenschlucht  mittels  eines  stark  gekrümmten  Einschnittes  oder
Tunnels  sich  wieder  um  180°  wenden  und  in  die  ursprüngliche  Richtung  thalanfwärts
einbiegen  kann.  In  dieser  verläuft  sie  nun  weiter,  aber  in  wesentlich  höherer  Lage  als
in  den  beiden  ersten  Strecken.  Denkt  man  sich  die  Schleife  senkrecht  durch  eine  Ebene
durchschnitten,  so  trifft  diese  dreimal  die  Bahn.  Bei  der  Fahrt  durch  eine  Schleife  macht
es  einen  eigentümlichen  Eindruck,  an  gewissen  Stellen  des  Thales  drei  Bahnlinien  in  ganz
verschiedener  Höhenlage  zu  erblicken.  Fährt  man  gerade  über  den  mittleren  Schleifenzug,
so  sieht  man  hier  und  da  die  untere  eben  verlassene  Gleisbahn  und  über  sich  den  noch  zu
passierenden  Bahnkörper.  Wer  eine  solche  Stelle  ohne  Eisenbahnkarte  zum  erstenmal  be-*)
  Die  Northern  Pacificbahn  überwand  früher  den  1210  m  über  betn  Meeresspiegel  gelegenen ­
  Stampedepaß  in  der  Sierra  Nevada  durch  Spitzkehren.  Sie  unterfährt  ihn  jetzt  in  einem
330  m  tiefer  gelegenen  3  bin  langen  Tunnel.
            
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