Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

II.  Währungssysteme  ohne  festen  metallischen  Kern:
1.  Die  Steuerung  beruht  nur  auf  der  Einsicht  und  dem  Willen  der
Leitung  einer  Zentralstelle  (Zentralnotenbank)  —  manipulierte ­
  Papierwährung.
2.  Die  nach  einem  Preisindex  orientierte  Kreditpolitik  der  Zentralnotenbank ­
  hat  für  Stabilisierung  des  Preisniveaus  zu  sorgen  —
Jndexwährung.
Zu  unterscheiden  ist  zwischen  freier  und  gebundener  Währung.  Kennzeichen ­
  der  freien  Währung:  der  Geldwert  ist  nicht  an  einen  bestimmten
vollwertigen  Geldstoff  (Währungsmetall)  gebunden;  sein  Tauschwert  kann
daher  höher  sein  als  sein  Warenwert.  Der  Bedarf  an  Zahlungsmitteln  bestimmt ­
  den  Umfang  der  Geldschöpfung.  Reine  Papierwährungen  sind  stets
freie  Währungen.
Im  Gegensatz  dazu  ist  bei  der  gebundenen  Währung  eine  feste
Beziehung  zum  Geldstoff  vorhanden.  Die  Bindung  an  den  Metallwert  kann
entweder  durch  Festlegung  eines  bestimmten  Gewichtsverhältnisses  zwischen
Währungseinheit  und  Metall  (Münzfuß)  erfolgen  oder  durch  Metalleinlösungs-
  und  Metallankaufsbestimmungen.  Auch  wenn  die  Währungseinheit ­
  Zeichen»  (Papier-)Geld  ist,  die  Noten  also  uneinlöslich  sind,  kann
ein  Zusammenhang  mit  dem  Gold  insofern  erhalten  bleiben,  als  durch  staatliche ­
  Maßnahmen  die  Kaufkraft  der  Geldeinheit  der  des  Goldes  angepaßt
wird.  Voraussetzung  dafür  ist  freilich  das  Vorhandensein  einer  Goldreserve. ­

Weiter  unterscheidet  man  automatische  und  manipulierte
(gesteuerte)  Währungen.  Automatisch  (sich  selbst  regulierend)  sind
die  Metallumlaufswährungen.  Goldabfluß  und  Goldzufluß  stellt  selbsttätig
das  Gleichgewicht  zwischen  den  Währungen  her  (siehe  unten).  Bei  Metallkernwährungen ­
  findet  infolge  der  Verpflichtung,  das  Zeichengeld  in  Metall
einzulösen,  immerhin  eine  halbautomatische  Regelung  statt.  Fehlt  dagegen
dem  Geldzeichen  der  Stoffgehalt,  dann  hat  der  Staat  die  Aufgabe,  zu
manipulieren,  d.  h.  die  Geldzeichen  so  knapp  zu  halten,  wie  es  dem
jeweiligen  Bedürfnis  entspricht.
Vor  dem  Weltkrieg  gab  es  in  Europa  9  Währungssysteme:  Die  Sterling-Währung,
  die  Goldsrankenwährung,  die  Markwährung,  die  holländische  Guldenwährung,
  die  skandinavische  Kronenwährung,  die  österreichische  Kronenwährung,
die  Rubelwährung,  die  türkische  Pfundwährung  und  die  Eskudowährung  in
3  Gebabö  30.  A.

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