Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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hältnismäßig  hohen  Zinsfuß.  Bestanden  dagegen  größere  Baisseengagements,
  d.  h.  waren  Wertpapiere  von  Spekulanten  verkauft
worden,  die  sie  nicht  besaßen,  die  sie  sich  aber  bis  zur  Liquidation  beschaffen ­
  mußten,  so  nutzten  infolge  der  großen  Nachfrage  nach  Stücken
diejenigen,  die  die  gesuchten  Wertpapiere  hereingeben  konnten,  die  günstige ­
  Gelegenheit  aus.  Wer  Stücke  zur  Ablieferung  brauchte,  mußte  dem,
der  die  Stücke  für  ihn  hereingab,  Vergünstigungen  gewähren,  d.  h.  mußte
ihm  die  Valuta  für  die  Stücke  zu  einem  verhältnismäßig  niedrigen  Zinsfuß ­
  überlassen.  War  der  Satz  für  Ultimogeld  z.  B.  8  /,  so  konnte  für  ein
Effekt,  in  dem  große  Baisseengagements  bestanden,  vielleicht  die  Schiebung
unter  Zugrundelegung  eines  Satzes  von  nur  4%  erfolgen.  Der  Report
verwandelte  sich  dann  in  einen  Deport,  während  ein  an  und  für  sich  bestehender ­
  Deport  (bei  einem  erheblich  unter  100  notiertem  Wert)  größer
wurde.  —  Um  Stücke  hereingeben  zu  können,  borgten  sich  Banken  und
Bankiers  öfters  auch  von  ihrer  Kundschaft  Effekten  zu  Reportierungszwecken
  und  zahlten  dafür  ein  „L  e  i  h  g  e  l  d"  von  etwa  1 f t —V2  %  für  den
Monat.
Ein  eigentlicher  R  e  p  0  r  t  s  a  tz  kommt  jetzt  nur  noch  bei  Kundschaftsabrechnungen ­
  in  Betracht.  An  der  Börse  wird  der  Reportsatz,  infolge  Neuregelung ­
  der  Liquidation,  von  den  Banken  e  i  n  h  e  i  t  l  i  ch  für  alle  Terminpapiere ­
  festgesetzt  und  ist  nur  nach  der  Bonität  der  Geldnehmer  etwas
abgestuft.  Die  Abschlüsse  zwischen  den  Geldgebern  (den  Banken)  und  den
Hineingebern  erfolgen  in  der  Regel  ohne  Vermittlung  eines  Maklers.
Die  Hereinnahme  und  die  Hineingabe  wird  über  die  Liquidationskasst
bewirkt,  ebenso  die  Rücklieferung  der  Effekten;  sie  erfolgt  auf  Grund  des
Liquidationskurses  des  Vormonats.  Die  Zinsen  werden  vom  Geldgeber ­
  am  Zahltage  des  Fälligkeitsmonats  eingezogen.
R  e  p  0  r  t  i  e  r  u  n  g  v  0  n  A  k  t  i  e  n:  30  000  RM  irgendwelcher  Aktien  bei
einem  Liquidationskurse  von  200  %  losten  60  000  RM.  Bei  einem  Prolong«'
tionszinssatz  von  6  0/0  ergibt  dies  3600  RM  im  Jahre  oder  300  RM  im  Monat,
auf  100  RM  Nennkapital  also  1  RM  (einfacher  gerechnet:  100  RM  Nennkapital
  zum  Kurse  von  200  °/o  ergeben  bei  6  °/ 0  12  RM  im  Jahre,  1  RM  iw
Monat).  Der  Report  ist  also  1  °/ 0 .
Bei  einer  Liquidation  lautet  also  die  Formel:

Reportcents  —

Kurs  x  Zinsfuß
100  X  12
            
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