Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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mit  der  Weltwirtschaft  verknüpft  hatte,  ist  zerrissen.  In  raschem  Tempo  ging
die  Abwertung,  die  ein  chirurgischer  Eingriff  in  einen  kranken  Wirtschaftskörper ­
  war,  vor  sich.  Ein  Land  nach  dem  andern  wertete  ab,  in  der  Hoffnung, ­
  dadurch  seine  Austauschposition  mit  dem  Ausland  zu  verbessern  oder
des  Preisverfalls  und  der  Deflationserscheinungen  im  Inneren  leichter
'Herr  zu  werden,  oder  um  beides  zu  erreichen.
Die  Abwertung  stand  in  vielen  Ländern  am  Ende  ihrer  Deflations-Politik,
  die  das  Gleichgewicht  zwischen  Preisen  und  Kosten,  das  durch
die  Weltwirtschaftskrise  in  Unordnung  gekommen  war,  erzwingen  wollte.
War  dies  im  langwierigen  Prozeß  der  Deflation  nicht  zu  erreichen,  so  erfolgte ­
  als  letzter  Ausweg  die  Abwertung,  die  treffend  als  „Deflation  an
einem  Tage"  bezeichnet  worden  ist.
Während  die  D  e  f  l  a  t  i  o  n  die  Krise  aufzuhalten  sucht  durch  eine  Verminderung ­
  der  umlaufenden  Geldmittel  —  im  Gegensatz  zur  Inflation, ­
  die  eine  wirtschaftliche  Notlage  durch  vermehrte  Notenausgabe ­
  beseitigen  will,  ohne  daß  sich  dadurch  gleichzeitig  das  Warenangebot ­
  erhöht  —,  erfolgt  durch  eine  Währungsabwertung  sD  e  v  a  l  v  a  -
tion)  keine  Änderung  der  Geldmenge.  Geändert  wird  nur
das  Wertverhältnis  zwischen  Inlands-  und  Auslandsgeld:  der  Ausländer
kauft  in  dem  Lande,  das  abgewertet  hat,  der  Höhe  der  Abwertung  entsprechend ­
  billiger,  während  die  Bürger  des  Landes,  das  abgewertet  hat,  die
Waren,  die  sic  im  Ausland  kaufen,  entsprechend  teurer  bezahlen  müssen.  Im
Inland  ändert  sich  der  Geldwert  nach  der  Abwertung  zunächst  nicht;  nach
lind  nach  aber  steigen  langsam  die  Preise,  da  die  aus  dem  Ausland  bezogene
Ware  teurer  wird.  Je  größer,  geldmäßig  und  prozentual  zur  Jnlandserzeugung
  betrachtet,  die  Einfuhr  ist,  in  desto  höherem  Grade  wirkt  sich
dies  auf  die  Inlandspreise  aus.  Das  gilt  insbesondere  auch  insofern,  als
durch  die  aus  dem  Ausland  stammenden  Rohstoffe  die  Inlandsware  verteuert ­
  wird.  Die  weitere  Folge  ist  dann,  entsprechend  der  verminderten
Kaufkraft  des  Geldes,  ein  Nachrücken  der  Löhne;  höhere  Löhne  wieder
haben  eine  Preissteigerung  der  im  Jnlande  erzeugten  Waren  zur  Folge.
Eine  Preisüberwachung  kann  die  Preissteigerungen  in  gewissen  Grenzen
halten,  sie  aber,  wenn  naturbedingt,  nicht  verhindern.
Der  Zweck  der  Abwertung,  einen  Wettbewerbsvorsprung  in  der  Ausfuhr
gegenüber  den  anderen  Ländern  zn  erhalten,  wird  hinfällig,  sobald  das
Konkurrenzland  sich  durch  Zölle  und  Kontingente  schützt  oder  einen  gleichen
            
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