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Wechsel sollten bei ihr zahlbar gemacht werden. Da jedoch „eine einzige
Bank dem Bedürfnis aller Kaufleute verschiedener Nationen nicht genügen
kann", so wurde 1595 bereits wieder einem Privatinstitut die Konzession
erteilt. Eine zweite Staatsbank wurde 1619 unter dem Namen Banco
d e 1 Giro errichtet. Sie hat bis 1806 bestanden.
5. Das Bankwesen in Holland und Großbritannien.
Zehn Jahre vor Begründung des Banco de 1 Giro in Venedig
entstand auch in Am sterdani ein dem holländischen Handel in hohem
Maße dienendes öffentliches Bankinstitut. Um den durch Einschmelzen
der alten und Ausgabe neuer, leichterer Münzen entstandenen Mißständen
abzuhelfen, wurde 1609 die Bank v o n A m st e r d a m errichtet.
Die Bank nahm Münzen an, ohne Rücksicht, ob sie vollwichtig waren
oder nicht, und schrieb dem Einleger den sich auf Grund des Metallwertes
ergebenden Betrag gut. Da die Stadt Garantie leistete, genoß die Bank
allseitig großen Kredit. Ein weiteres Geschäft der Bank bestand darin,
daß sie Gold- und Silberbarren bis zu 95 °/ 0 beließ. Zinsen
hierfür wurden nicht verlangt, dagegen mußte bei der Rücknahme der
Barren eine Provision von V*—Vs °/o bezahlt werden. Wurde das
Pfand nicht innerhalb von 6 Monaten eingelöst, so fiel es an die Bank.
In England waren die ersten Bankiers die Inden, die unter
W i l h e l m d e m E r o b e r e r ins Land gekommen lvaren. Ihr Haupt
geschäft bestand in dem Ausleihen von Geldern, vielfach bereits auf
Grundlage von Wechseln. Wie stets die Geldausleiher, die hohe Zinsen
verlangten, waren auch sie von der Bevölkerung gehaßt und mußten viele
Grausamkeiten erdulden ss. u. a. die Schilderungen von Walter Scott
in „Jvanhoe").
Als dann König Eduard I. einen Gewaltstreich verübte, 15 000 Juden
verbannte und ihr Vermögen raubte, ging das Bankiergeschäft auf die
Lombarden (noch heute erinnert in London ein Straßenname, Lombard
Street, an sie) über, die Pfandleiher und Bankiers waren. Sie nahmen ver
zinsliche Depositen und gelvährten Darlehen gegen Unterpfand. Hieraus
erklärt sich die für derartige Geschäfte noch heute übliche Bezeichnung:
Lombard geschäste.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erlangten die Anwei-
jungen der Geld- und Wechselgeschäste treibenden Goldschmiede,