Full text : Kapitalismus und Sozialismus

30

I,  2.  Lrwerbswirtschast  und  Konsumgenossenschaft

wenn  der  Konsument  auch  angeben  sollte,  welche  Kleider,  welche  and
hüte,  welche  Bücher,  welche  Spielsachen  usw.  er  in  der  nächsten  Bev
Periode  verbrauchen  wird,  so  würde  er  in  die  allergrößte  verlegen-  '  such
heit  kommen,  hier  sind  wir  gewöhnt,  unter  den  uns  in  großer  Zahl  Nen
vorgelegten  fertigen  Warenmustern  unsere  Auswahl  zu  treffen,  und  mal
wir  würden  es  ohne  Zweifel  alle  höchst  unangenehm  empfinden,  weü
wenn  man  diesen  Zustand  ändern  wollte.  stre
Für  die  Produktion  bedeutet  dieser  Zustand  aber,  daß  sie  es  nicht  gef«
mit  der  Versorgung  eines  gegebenen  Bedarfs  zu  tun  hat,  sondern  Fra
daß  sie  selbst  vielfach  erst  den  Bedarf  wecken  muß,  den  sie  befrie-  allg
digen  will.  Besonders  deutlich  läßt  sich  das  in  solchen  Gewerben,  die  folg
einem  regelmäßigen  Modewechsel  unterworfen  sind,  verfolgen,  wie  ITtoi
z.  B.  in  vielen  Zweigen  der  Textilindustrie,  bei  der  Herstellung  von  weo
Kleiderstoffen,  Bändern,  Spitzen,  Stickereien  usw.,  ferner  aber  auch  20.
in  der  Glas-  und  der  keramischen  Industrie,  der  Schmuckwarenfabri-  verl
kation,  der  Spiel-  und  Kurzwarenverfertigung  usw.  Linen  großen  biet
Teil  der  Zeit  und  der  Arbeitskraft  der  Produzenten  nimmt  hier  die  der
Schaffung  neuer  Muster  in  Anspruch,  mit  denen  sie  den  jährlich  sich  Bai
erneuernden  Kampf  um  den  Markt  aufnehmen.  bau
Für  die  Unregelmäßigkeit  der  Bedarfsgestaltung  und  für  die  Er-  I
fcheinung  des  periodischen  Modewechsels  im  modernen  Wirtschafts-  lich
leben  will  man  nun  freilich  nicht  selten  die  Produzenten  selbst  verant-  scha
wörtlich  machen.  Sie  selbst  seien  es  gewesen,  die  die  Geißel  geschaffen  I
hätten,  unter  der  sie  jetzt  stöhnten.  Diese  Betrachtungsweise  beruht  scha
indessen  auf  einer  ganz  unzulänglichen  Auffassung  der  Ursachen  Pro
des  Modewechsels.  Der  Modewechsel  ist  nicht  etwa  von  den  Unter-  also
nehmern  willkürlich  geschaffen  worden,  sondern  er  entspringt  all-  ber
gemeinen  Eigenschaften,  welche  die  menschliche  Natur  im  Gemein-  .  beh,
schaftsleben  entwickelt.  In  einer  Gesellschaft,  in  der  es  verschiedene  &ers
Einkommensschichten  gibt  und  in  der  Freiheit  des  Konsums  herrscht,  ihm
wird  es  immer  auch  einen  Modewechsel  geben.  Der  Modewechsel  hat  iich>
seinen  Ursprung  einerseits  in  dem  Streben  der  wirtschaftlich  besser  nun
Gestellten  nach  Abwechselung  und  Unterscheidung  von  der  Masse,  wa,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.