Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

14

Stelle  standen  die  Libau-Romnyer  und  die  Moskau-Brester  Bahn  mit
1191  und  1028  W,  die  sich  allerdings  mit  dem  Betrieb  je  einer  Linie
begnügten,  ebenso  wie  die  Koslow-Woronesh-Rostower  Bahn  (780  W),
die  Kursk-Charkow-Asower  (736  W)  und  die  Losowaja-Sewastopoler
Gesellschaft  (644  W),  nicht  aber  die  Uralgebirgsbahngesellschaft  (685  W)
und  die  Bahn  Rjashsk—Wjasma  (642  W) 1 ).  Die  Grjasi-Zarizynbahn
betrieb  601  W,  die  Baltischen  Bahnen  568,  Morschansk—Sysran  530,
Moskau—Kursk  512,  die  Weichselbahnen  und  die  Orenburger  Gesellschaft
je  507,  Orel—Witebsk  488,  Moskau—Jaroslawl  454,  Kursk—Kiew  439,
Warschau—Wien  325,  Orel—Grjasi  290,  Fastow  282,  Rybinsk—Bologoje
280,  Dünaburg  (Dwinsk)—Witebsk  248,  Moskau—Rjäsan  243,  Riga—
Dünaburg  215,  Rjäsan—Koslow  198,  die  Terespoler  Gesellschaft  192,
Schuja—Iwanowo  172,  Warschau—Bromberg  138 1  2 ),  Rjashsk—Morschansk ­
  132,  Tambow—Koslow  68  und  die  Lodser  Fabrikbahn  nur  26  W 3 ).
Hier  sind  nur  die  größeren  und  einige  der  wichtigeren  kleinen  Gesellschaften ­
  aufgezählt.  Zu  wirklich  großen  Gesellschaften  war  es  somit,
nur  in  ein  paar  Fällen  gekommen;  Vereinigungen  waren  selten  gelungen.
So  hatte  sich  neben  dem  großen  Süd  westkonzern  im  Süd  osten  die  85  W
lange  Konstantinowkabahn  (Konstantinowka—Jelenowka  im  Donezgebiet,
  eröffnet  1872)  mit  den  Donezbahnen  vereinigt.  Andererseits  ist
z.  B.  bemerkenswert,  daß  sich  in  die  940  W  lange  Riga-Oreler  Bahn,
die  man  gern  analog  der  Libau-Romnyer  Bahn  als  eine  großzügige
Einheitsstrecke  von  den  baltischen  Gestaden  ins  südliche  Großrußland
hinstellt,  stets  drei  Gesellschaften  teilten,  und  daß  erst  die  Verstaatlichung ­
  eine  wirklich  einheitliche  Strecke  schuf.  Waren  am  1.  Januar
1881,  von  Finnland  abgesehen,  von  22  532  km  nur  61km  in  staatlicher
Verwaltung 4 ),  so  am  gleichen  Tage  1885  von  26  230  km  (24  582  W)
2612  km  (2448  W).  Der  Anteil  des  Staates  war  also  bereits  auf  fast  10°/„
des  Gesamteisenbahnnetzes  gewachsen.  In  diesen  Jahren  waren  auch
die  ersten  Bahnen  entstanden,  deren  Bau  nicht  nur  mit  strategischen
Gründen  gerechtfertigt  wurde,  sondern  deren  große  militärpolitische
Bedeutung  auch  heute  noch  offensichtlich  ist.  Es  ist  das  weitausgedehnte ­
  sumpfige  Waldland,  die  verkehrsarme  Poljesje  (Provinzen
Minsk,  Wolynien,  Grodno),  die  in  westöstlicher  (Polen  —  südliches  Groß1 ­

 )  Die  Hauptlinie  dieser  Gesellschaft,  die  von  Rjashsk  über  Tula  und  Kaluga
nach  Wjasma  führt,  wurde  in  Teilabschnitten  von  1870—74  gebaut.  Sie  kürzt
mit  der  Umgehung  Moskaus  den  Weg  von  der  mittleren  Wolga  zum  Westen  ab.
2 )  Ihr  gehörte  neben  der  Hauptbahn  Lowitsch—Alexandrowo  die  nur  7  W
lange  Zweigbahn  von  Alexandrowo  zum  Badeort  Zjechozinsk  an  der  Weichsel
(1867  eröffnet).
3 )  Die  1866  eröffnete  Lodser  Fabrikbahn  verbindet  die  Industriestadt  Lods
mit  Koljuschki  an  der  Warschau-Wiener  Bahn  und  ist  begreiflicherweise  in  mitteleuropäischer ­
  Spurweite  gebaut  worden.
4 )  Finnland  besaß  zu  dieser  Zeit  871  km  Eisenbahnen,  von  denen  nur  33  km
auf  Privatbahnen  entfielen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.