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gerade für den Staat die Erwerbung der Gesellschaften des Westens
war und wie sehr während der Verstaatlichungsbewegung strategische
Motive für ihn ausschlaggebend wurden, beweist auch die Tatsache,
daß er 'noch während der Aktion einige wichtige Gesellschaften des
Ostens mit gut gehenden Abschlüssen wieder aus der Hand gab. Die
politische oder militärische Bewertung der einzelnen Bahnen wurde an
scheinend erst im Laufe der Bewegung geprüft. Diese hatten in hohem
Maße die Moskau-Brester Bahn, deren verhältnismäßig späte Ver
staatlichung (1896) auffallend bemerkt wurde, ferner die Weichsel
bahnen 1 ) und die für den Verkehr von der Weichsel nach Nikolajew
wichtige Fastower Bahn, die beide 1897 verstaatlicht wurden, und
namentlich wieder die polnische, 1884 eröffnete Iwangorod—Dombrowa-
bahn, die für einen direkten Verkehr von Petersburg zur österreichischen
Grenze wichtig ist und im Jahre 1900 in den Besitz des Fiskus überging.
Hiermit schloß die Reihe der überwiegend politisch zu bewertenden
Verstaatlichungen ab. Freilich waren nicht alle Bahnen für den Besitz
des Staates wertvoll. Die kleine Borowitschieisenbahn war zahlungs
unfähig und die nicht viel größere Riga-Tukkumer Gesellschaft 1895
in Konkurs geraten und sollte meistbietend verkauft werden. Der Staat
legte aber Verwahrung gegen die Aushändigung an den Meistbietenden
ein, kaufte sie und verband sie mit seiner neu organisierten Riga-Oreler
Linie: beides übrigens Beispiele, wie wenig es den kleinen Gesellschaften
gelungen war, zu geordneten Verhältnissen zu kommen. Am 1. Januar
1891 waren von 29 060 km (27 238 W) 8543 km (8007 W), somit 29,4%
staatlich, am 1. Januar 1896, mit dem Abschluß des für die staatliche
Eisenbahnpolitik besonders wichtigen Jahrfünft, von 35 322 km (33105 W)
21 765 km (20 403 W), somit 61,6% und am 1. Jan. 1901 von 53 357 km
(50 007 W) 36 360 km (34 078 W), also 68,2% In dem ungefähren
Verhältnis von 2 zu 1 hat sich seitdem der Umfang der staatlichen Bahnen
zu dem der privatwirtschaftlichen gehalten.
Der Staat war aber auch selbst in diesem Zeitraum schöpferisch tätig.
So entstand die wirtschaftlich, aber auch politisch notwendige Linie
Pskow—Walk—Riga, wodurch der große Umweg von der Newa über
Dünaburg nach Riga beseitigt wurde. Im Polnischen schuf der Staat
weitere wichtige Anschlüsse zu Festungsplätzen. Die starke Narew-
festung Ostrolenka wurde besonders bevorzugt. 1893 erhielt sie Bahnen
von Lapy und von Malkin an der Warschau-Petersburger Linie, 1897
eine solche von Piljawa über Nowo Minsk und Tschluschtsch, wodurch
die Plätze Iwangorod und Ostrolenka in kürzeste Verbindung traten.
Die Bahn Lukow—Lublin (1898 eröffnet) verband Ostrolenka mit dem
9 Die Weichselbahnen hatten außer der Hauptlinie Mlawa—Warschau—
Iwangorod—Kowel (1877 eröffnet, vgl. S. 56) noch die Verbindung sstrecke Iwango
rod—Lukow gebaut.