Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Bahnen,  oder  höchstens  nur  einseitig  zur  Grenze  hin,  fortgesetzt  werden.
Im  allgemeinen  haben  alle  Teile  Polens  ein  mehr  oder  weniger  leidlich
entwickeltes  Netz  von  Chausseen,  das  auch  vor  dem  Kriege  noch  systematisch ­
  ausgebaut  wurde.  Es  entspricht  aber  wiederum  den  militärischen ­
  Plänen,  wenn  in  den  Provinzen  an  der  preußischen  Grenze,  und
hier  namentlich  im  nordöstlichen  Polen  das  Straßennetz  engmaschiger
ist.  So  ist  Augustowo  der  Knotenpunkt  von  4  Chausseen,  Suwalki
und  Pultusk  von  je  5,  das  halbpolnische  Grodno  von  6,  Ostrow  und
Lomsha  von  je  7.  In  den  angrenzenden  Provinzen  Grodno  und  Wolynien,
hier  namentlich  um  das  Festungsdreieck,  gibt  es  ebenfalls  eine  Reihe
von  Steinstraßen,  weniger  bereits  in  den  Provinzen  Wilna  und  Kowno,
und  erst  recht  in  der  Minsker  Provinz.  Manche  dieser  aus  Kongreßpolen ­
  führenden  Straßen  endigen  aber  an  den  Hauptbahnen  dieser
Provinzen,  ermöglichen  also  auch  umgekehrt  von  verschiedenen  Bahnpurikten
  aus  den  Anmarsch  zu  den  Festungen  oder  sonstigen  strategisch
wichtigen  Plätzen.  So  führt  von  Olita  über  Kronie  eine  Chaussee  nach
Koschedari,  dem  Bahnknotenpunkt  zwischen  Kowno  und  Wilna.  Zwischen
Wilna  und  Grodno  endigen  drei  aus  Polen  führende  Straßen  an  den  Bahnstationen ­
  Olkieniki,  Orany  und  Porzescze,  alles  natürlich  Tatsachen,  die
den  militärischen  Hauptzweck  dieser  Straßen  klarlegen.  Weiter  östlich
mündet  von  Grodno  her  eine  Straße  in  dem  Bahnkreuzungspunkt  Lida.
Eine  wichtige  Straße  endet  in  dem  südlicher  gelegenen  Baranowitschi.
Von  Bjelostok,  Bjelsk  uncl  Sokolow  zielen  Straßen  auf  diesen  Ort  hin,
der  einer  der  bedeutendsten  Bahn  verkehrspunkte  Westruß  l^nds  ist.
Die  von  Bjelsk  über  Gainowka  führende  Straße  vereinigt  sich  mit  der
von  Sokolow  über  Wysoko  Litowsk  gestreckten  in  Prushana  und  zieht
dann  nach  Slonim,  wo  sie  mit  der  Route  von  Bjelostok—Wolkowysk
zusammentrifft  und  endlich  als  Einheitsstraße  Baranowitschi  erreicht.
Ähnliche  Schlußpunkte  strategischer  Straßen  gibt  es  an  den  wolynischen
Bahnen,  so  an  der  Bahnstation  Kriwin  bei  Ostrog,  übrigens  auch  in
Galizien.
Nur  ganz  wenige  Straßen  führen  aus  dem  strategischen  Westgebiet
zum  Nordwesten  und  ins  Landesinnere.  Überwiegend  sind  es  ältere
Straßen,  aus  den  ersten  Jahrzehnten  des  19.  Jahrhunderts,  ein  Zeichen,
wie  sehr  gerade  auf  diesem  Gebiete  seitdem  die  Reichsverwaltung  gesündigt ­
  hat.  Zu  diesen  Straßen  gehört  die  von  Tilsit  über  Tauroggen,
Schawli,  Mitau,  Riga,  Arrasch,  Pskow,  Luga,  Gatschina  nach  Petersburg
gestreckte  Chaussee,  ferner  die  von  Wirballen  (bzw.  von  Warschau,
Augustowo,  Suwalki)  über  Mariampol,  Kowno,  Wilkomir,  Uzjany,
Nowo  Alexanclrowsk,  Dwinsk,  Rjeshiza,  Ostrow  nach  Pskow  und  somit
ebenfalls  zur  Reichsresidenz  gerichtete  Straße.  In  Ostrow  trifft  die
Kiewer  Straße  (über  Tschernigow,  Homel,  Dowsk,  Mohilew,  Orscha,
Witebsk,  Newel  und  Opotschka)  auf  die  polnische  Straße.  Von  Brest
(bzw.  von  Wlodawa)  führt  eine  Heerstraße  über  Kobryn,  Sluzk,  Bo-
            
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