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neue Linie Moskau— Brjansk—Konotop (—Kiew) kürzt den Weg er
heblich (803 W) ab, ist aber nur auf der Teilstrecke Moskau—Brjansk
der von der Natur vorgeschriebene kürzeste Weg. Erst eine quer durch
das Gouvernement Tschernigow gelegte Linie, deren Anlage allerdings
Brückenbauten über die Desna nötig machen würde, könnte eine allen
Anforderungen entsprechende Verbindung herstellen. Wie schwer ist
heute noch Odessa von Kiew und hiermit auch von Moskau zu erreichen:
noch heute steht die Verbindung auf dem Niveau wie vor Jahrzehnten,
als man glaubte, mit der Linie Kursk—Shmerinka als einer mittleren
Linie sowohl dem podolisch-österreichischen, als dem westpontischen
Verkehr dienen zu können. Auf die Dauer kann mit dieser Mittellinie
weder der Verkehr mit Wolotschisk, noch namentlich mit Odessa und
Bessarabien befriedigt werden. Die nunmehr vollendete Linie (Bach
matsch—) Tscherkassy—Odessa wird wenigstens die Verbindung Moskau
— Odessa erheblich verbessern, den Odessaer Interessen Kiews aber
kaum zugute kommen. Der Süd westen Rußlands leidet überhaupt am
stärksten unter dem Fehlen direkter kürzester Linien. Eine vorzügliche
Verbindung Petersburgs mit Kiew wäre durch den Ausbau der neuen
Bahnlinie Petersburg—Witebsk—Shlobin leicht herzustellen. Auch
die Verbindungen Petersburgs und Polens mit Odessa sind noch mangel
haft. Während die Verbindung Petersburgs über Wilna und Sarny
mit Rowno verhältnismäßig gut ist, erreicht man auf der Weiterfahrt
den Pontus nur durch eine dreimalige Richtungsänderung (in Rowno,
Kasatin und Shmerinka). Eine direkte Verbindung von Rowno —Sdol-
bunowo mit Shmerinka wäre als erhebliche Verkehrsverbesserung nament
lich auch für Polen zu begrüßen. Für St. Petersburg und hiermit auch
für Kiew kann das letzte Ziel, um eine gute Verbindung mit Odessa an
zustreben, nur eine direkte, gerade Linie Kiew—Odessa sein. Eine
große Verbindung Petersburgs mit Odessa, die sich im wesentlichen
auf dem Petersburger Längengrad hält, wäre verkehrsgeographisch
glänzend zu nennen und müßte für das eisenbahnfiskalisch sehr ver
nachlässigte Odessa von unschätzbaren Folgen sein 1 ).
In den baltischen Landen durchlaufen die Wagen von Riga über
Murawiewo und Koschedari nach Wirballen (drei Teilstrecken mit ver
änderter Richtung) eine Strecke von 453 W (483 km), während eine
direkte Bahnlinie von Riga .nach Wirballen unter Benutzung der Riga-
Mitauer Strecke nur 260—270 W erfordern würde, abgesehen davon,
daß für den Verkehr nach Deutschland Anknüpfungen an das deutsche
Bahnnetz in der Richtung auf Memel oder Tilsit entschieden vorteilhafter
und kürzer sein würden * 2 ). In Polen seien als Beispiele die ebenfalls von
Kurswagen benutzten Linien von Warschau über Iwangorod und Skar-
shisko nach Ostrowiez in einer Länge von 232 W genannt. Eine direkte
*) Über die Eisenbahnverbindung Nischni Nowgorod —Kasan s. S. 35.
2 ) Vgl. S. 62, Anm. 2.