Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

DIE  URSACHEN  DER  ABWANDERUNG’UND  IHR  UMFANG.  19
z.  B.  der  Generalstreik  in  Elsaß-Lothringen  Ende  April
1920,  der  alle  Arbeiter  und  Beamten  des  Landes  zu  gemeinsamer ­
  Kundgebung  gegen  die  französische  Überfremdung ­
  zusammenführte,  ein  Grund  für  die  Franzosen,  gegen
die  deutschen  Bergarbeiter  in  Lothringen  vorzugehen.  Von
den  Eisenhütten  in  Hagendingen  war  die  Streikbewegung
ausgegangen.  Die  deutschen  Bergarbeiter  mußten  zum  Unruhestifter ­
  gestempelt  werden,  um  dem  Ausland  vorspiegeln ­
  zu  können,  in  Elsaß-Lothringen  stehe  alles  glänzend,
und  es  seien  nur  die  Deutschen  schuld  an  den  immerhin
unerfreulichen  Verhältnissen.  Ja  die  Franzosen  streuten
sich  selbst  diesen  Sand  in  die  Augen.  Der  Ruf  „Elsaß-Lothringen
  den  Elsaß-Lothringern“  wird  deshalb  nicht
verstummen.  Doch  wir  können  uns  nicht  mit  diesen  die
elsaß-lothringische  Bevölkerung  betreffenden  Fragen  beschäftigen. ­

B.  DIE  GRÖSSE  DER  WANDERUNGSBEWEGUNG.
Wir  stellen  zusammenfassend  die  Tatsache  fest,  daß
Frankreich  aus  Rachsucht,  aus  berechtigter  Furcht  vor
dem  deutschen  Einfluß  in  den  „befreiten“  Provinzen,  sowie ­
  zur  Fortführung  des  Krieges  gegen  Deutschland  in
Form  des  Wirtschaftskrieges  über  hunterttausend  Deutsche
um  Heimat  und  Existenz  gebracht  hat.
Seit  der  Besetzung  Elsaß-Lothringens  durch  die  Franzosen ­
  am  21.  November  1918  bis  1.  Oktober  1920  wurden
aus  Elsaß-Lothringen  ausgewiesen  bzw.  haben  unter  dem
Druck  der  politischen  und  wirtschaftlichen  Verhältnisse
Elsaß-Lothringen  verlassen:
9  5415  Persoben,  darunter;
29  083  Mahner,  29492  Frauen,  36840  Kinder.  In
diesen  Zahlen  sind  nur  die  Vertriebenen  bzw.  die  „freiwillig“ ­
  Ausgewanderten  enthalten,  die  bei  ihrem  Übergang
über  den  Rhein  von  deutscher  Seite  amtlich  festgestellt
wurden.  In  den  ersten  Wochen  war  an  eine  solche  statistische ­
  Aufstellung  nicht  gedacht  worden,  —  sie  war
auch  völlig  unmöglich  —  so  daß  sich  in  Wirklichkeit  die
angegebene  Zahl  noch  um  etwa  15000  schätzungsweise
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