Der Betrieb.
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also im ganzen Bereich der menschlichen Betätigungen gibt es ein Betreiben und
demzufolge auch einen Betrieb: Spielbetrieb, Sportbetrieb, Geselligkeitsbetrieb
-— und einen Wirtschaftsbetrieb. Auch der Haushalt, den wir als außerhalb der
Wirtschaft stehend gekennzeichnet hatten, wird betrieben; es gibt also auch einen
Haushaltsbetrieb.
Dieser Ausgangspunkt ist deshalb wichtig, weil — wie aus vorstehendem ersichtlich
ist — das Wort Betrieb zwar auf ein Tätigwerden hinweist, aber das Wort
für sich noch nicht schon sagt, worauf sich die Veranstaltung bezieht, ob auf den
Sport, das Spiel, den Haushalt oder die Wirtschaft. Das bedeutet, daß man aus dem
Wort Betrieb allein nicht das Anwendungsgebiet des Betriebes ableiten kann; es sei
denn, daß man eben das Betreiben aller menschlichen Tätigkeiten ins Auge faßt.
(Das ist zu beachten, wenn man das Wort Betrieb zur Abgrenzung oder Inhaltsbestimmung
einer Wissenschaft machen will: Betriebswissenschaft, Betriebslehre,
Betriebswirtschaftslehre; vgl. D). Nun läßt sich allerdings nicht leugnen, daß auch
der Sprachgebrauch das Wort Betrieb nicht einheitlich verwendet. So ist es
insbesondere üblich (geworden!), eine bestimmte Art der menschlichen Veranstaltung
als Betrieb zu bezeichnen, z.B. die Werkstatt, in der sich das Be- oder Verarbeiten
von Stoffen vollzieht. Hier wird der Betrieb als eine technische Veranstaltung
gesehen, die unter Umständen sogar außerhalb der Wirtschaft (in
wissenschaftlichen Versuchsanstalten) vor sich gehen kann. Techniker und Ingenieure
fassen mit Vorliebe das Wort Betrieb in diesem (technischen) Sinne auf.
Angesichts der Vielgestaltigkeit in der Verwendung des Wortes Betrieb kann
es schließlich nicht wundernehmen, wenn es vorkommt (und empfohlen wird),
das Wort Betrieb einfach dem Begriff: Wirtschaft gleichzusetzen. Dann sollen
Wirtschaft und Betrieb (und ebenso: Unternehmung und Betrieb) nur zwei verschiedene
Ausdrücke für eine und dieselbe Sache sein. Eine solche Gleichsetzung
bedeutet sicherlich eine Vereinfachung (sonst umständlicher) Auseinandersetzungen;
mit ihr ist aber eine arge Vergewaltigung der Sprache und eine solche Verschüttung
von Erkenntnismöglichkeiten verbunden, daß man von dieser Gleichsetzung
dringend abraten muß. Denn wie die Wörter Wirtschaft und Betrieb
sprachlich grundverschieden sind, so auch ihr Inhalt und ihre Bedeutung.
Betrieb kommt von betreiben; in betreiben liegt die bewußte, daher geordnete
Ausführung einer Tätigkeit. Betrieb ist geordnete, zweckbewußte, planmäßige
Durchführung einer Tätigkeit (des Spiels, des Sports, der Geselligkeit, des Haushaltes).
Auch das Wirtschaften, die Wirtschaft, schließt ein Betreiben, eine geordnete,
planmäßige Tätigkeit ein, wenn die Wirtschaft vollzogen werden soll;
auch die Wirtschaft wird betrieben, stellt insofern einen Betrieb dar, eben den
Wirtsohaftsbetrieb, zum Unterschied von Spiel-, Sport-, Haushalts- usw. Betrieb.
Wenn wir von Betrieb der Wirtschaft sprechen, so denken wir an die Veranstaltungen,
die erforderlich sind, um das, was die Wirtschaft bezweckt, in die Tat
umzusetzen, denken wir an die Menschen, die die Wirtschaft verwirklichen, an
die Tätigkeit als solche, ihre Art, Durchführung, Gestaltung, an alles das, was der
Mensch in Verfolg seiner Wirtschaft unternimmt, um seine Überlegungen, Pläne,
Absichten zur Durchführung zu bringen. Wirtschaft ist dann dieser Wirtschaftsbetrieb,
gesehen als der Vollzug des Werte-schaffens. In diesem Sinne ist Betrieb
mehr als der technische Teil des Wirtschaftsbetriebes, mehr als Werkstatt und als
Büro; Betrieb ist die ganze Wirtschaft, soweit sie eben betrieben wird, ist die
Durchführung dieser Wirtschaft. (Man könnte in Vergleich sagen; Wirtschaft ist
das Leben, Betrieb der Körper, durch den das Leben vollzogen wird.)
Wirtschaftsbetrieb soll daher heißen: Wirtschaft und Betrieb, und zwar diese
und jene Wirtschaft mit diesem und jenem Betrieb. Wenn es eine Hauswirtschaft,
eine Tauschwirtschaft und eine Erwerbswirtschaft gibt oder gegeben hat,