Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Organisation.

sohaftliclie,  sondern  auch  soziale  (Benachteiligung  der  einzelnen  Bezirke  in  steuerlicher  und
wirtschaftlicher  Hinsicht,  mangelnde  Werksverbundenheit)  Mängel  behoben  werden.  Die
jetzige  Dachgesellschaft  der  Vereinigten  Stahlwerke  A.-G.  regelt  nur  noch  solche  Aufgaben,
die  „aus  Gründen  der  Zusammengehörigkeit,  der  Ersparnis  usw.  eine  einheitliche  Regelung
erfordern  ..  .  vor  allem  das  Gebiet  des  Finanzwesens,  das  zentral  bearbeitet  werden  muß,
wenn  auch  die  Verantwortung  für  das  Ergebnis  finanzieller  Aufwendungen  auf  den  Werken
den  betreffenden  Werksleitungen  übertragen  wird“  1 , 1  2 .  Auch  der  Erfahrungsaustausch  auf  den
Gebieten  der  Forschung,  des  Selbstkostenwesens,  der  Statistik,  des  Betriebsvergleichs,  sowie
die  Zusammenfassung  und  Überwachung  der  Neubauten,  die  Bearbeitung  von  Verbands-,
Tarif-  und  Verkehrsfragen,  bestimmte  Binkaufsfragen,  vor  allem  Bohstoffbezug,  werden
zentral  bearbeitet  werden  (vgl.  das  Schaubild  in  Band  I,  S.  98/99).
Als  Vorteile  einer  straffen  Anordnung  sind  anzuführen:
a)  große  Sachkenntnis,  da  genaueste  Einarbeitung  in  die  weitgehend  gleichen  Arbeitsgänge
möglich  ist;  daraus
b)  geringere  zum  mindesten  aber  scharf  berechnete  Lohnkosten,  da  ungleichmäßige
Arbeitsverteilung  und  Arbeitsleistung  zurüokgedämmt  und  eine  schärfere  Leistungskontrolle
durchführbar  wird;
c)  der  Ablauf  des  Betriebes  erfolgt  selbsttätig,  laufende  Kontrollarbeit  übergeordneter
Organe  kann  eingeschränkt  werden;
d)  bessere  Einarbeitung  des  Personals,  da  bis  ins  einzelne  gehende  Richtlinien  aufgestellt
werden  können;
e)  Erkennung  und  Zusammenfassung  und  Sammlung  gleichartiger  oder  ähnlicher  Abläufe
mit  dem  Ziel  der  maschinellen  Erledigung.
Dabei  ist  jedoch  zu  beachten,  daß  die  einzelnen  Betriebsstufen  verschieden
straff  geführte  Arbeitsvollzüge  haben  können;  die  untersten  Ausführungsorgane
arbeiten  im  Grunde  immer  nach  genauen  Anweisungen.  Für  den  Grad  der  Straffung ­
  ist  maßgebend,  welche  Entscheidungen  bei  den  einzelnen  Zwischengliedern
verblieben  sind,  und  wo  der  letzte  Rest  von  Selbständigkeit  aufhört.
So  unterschiedlich  die  Gründe  für  und  gegen  eine  Zentralisation  oder  Dezentralisation ­
  sein  mögen,  als  wesentlichster  und  oft  ausschlaggebender  Leitgedanke  wird
immer  die  Möglichkeit  einer  besseren  Sicherung  des  gesamten  Betriehsablaufs
durch  Kontrolle  und  Revision,  vor  allem  beim  betrieblichen  Rechnungswesen  zu
erkennen  sein 3 .  Das  trifft  nicht  nur  bei  örtlich  vielgliedrigen  Betrieben  (Konzernen, ­
  Filialbetrieben)  sondern  auch  innerhalb  der  örtlich  beieinander  liegenden
Betriebe  zu.  So  ist  trotz  der  200  Läger,  welche  die  Henkel  &  Co.  A.-G.  (Persil)  in
Deutschland  unterhält,  der  Vertrieb  straff  in  Düsseldorf  zusammengefaßt;  von  dort
erfolgt  die  Bestellung  der  Vertreter,  die  Einteilung  der  Bezirke  und  die  Überwachung. ­
  Allerdings  ist  dies  hier  besonders  gut  möglich,  weil  die  Erzeugnisse  so
gut  eingeführt  sind,  daß  eigentlich  nur  bei  der  Einrichtung  eines  neuen  Geschäfts
eine  Neueinführung  in  Frage  kommt,  im  übrigen  aber  immer  nur  Fühlung  zu
halten  ist 4 .
Daß  im  einzelnen  allerdings  kaum  über  die  Frage  der  Zentralisation  oder
Dezentralisation  anders  als  nach  genauer  Abwägung  auch  der  geringst  anmutendsten
  Kleinigkeiten  geurteilt  werden  kann,  soll  durch  ein  Beispiel  erläutert  werden:
Ob  das  Kassenwesen  eines  Warenhauses  mehr  oder  minder  örtlich  dezentralisiert
werden  soll,  hängt  nicht  nur  von  technischen  Erwägungen  und  von  Kontroll-  und
Sicherheitsüberlegungen,  sondern  auch  von  der  Leistungsmöglichkeit  ab.  Zwar
wird  der  Verkaufs  Vorgang  durch  die  Trennung  von  Verkaufen  und  Kassieren  beschleunigt, ­
  aber  der  besondere  Zahlungsvorgang  an  der  Kasse  bedeutet  einerseits
eine  zusätzliche  Belastung  des  Käufers  und  andererseits  die  Notwendigkeit  der
Warenzubringung,  aber  auch  die  Möglichkeit  einer  nochmaligen  Kontrolle  für  den
Betrieb.  Die  Einrichtung  der  Sofortkassen  soll  für  den  Kauf  von  Kleinigkeiten
unter  Verzicht  auf  nochmalige  Kontrolle  der  Kundschaft  entgegenkommen  und
1  Vogler  auf  der  außerordentlichen  Generalversammlung  am  26.  November  1933.
2  Ebenso  Bergmann,  S.  306.
            
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