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Die Organisation.
betriebe sind aus natürlichen geologischen Verhältnissen heraus immer zur Mehrghedrigkeit
vorbestimmt — sofern sie eine bestimmte Größe annehmen wollen.
Das bedeutet an sich zwar nur eine rein örtliche Dezentralisation, womit jedoch
keineswegs auch eine sachliche Dezentralisation verbunden ist; im Sinne der
Erhaltung eines einheitlichen Arbeitsvollzugs und Ertragsträgers ist vielmehr
gerade bei örtlicher Dezentralisation die sachliche Zentralisation zwingend geboten.
Es zeigt sich also, daß auf die räumliche Zentralisation die Betriebsgröße
oft maßgebenden Einfluß hat 1 , doch ist dieser Einfluß in den einzelnen Geschäftszweigen
nicht gleich: Banken können sowohl zentralistisch (Reichskreditgesellschaft,
Berliner Handelsgesellschaft) als auch dezentralistisch (Filialbanken) als
Großbanken bestehen; die Art der Geschäfte (ob Groß-, Mittel- oder Kleinkredite,
Emissionen usw.) und die Art der Geldbeschaffung spielen hier eine große Rolle.
Überall, wo eine große Anzahl von kleinen Geschäftshandlungen über ausgedehnte
Gebiete vorgenommen werden soll, ist das Bestreben zur räumlichen Dezentralisation
vorhanden (Warenhäuser, Massenfilialunternehmungen, Fabrikverkaufsstellen
u. a.). Doch zeigt auch auf diesem Gebiet das Beispiel des Versandgeschäfts
die starke Abhängigkeit von der Geschäftstechnik. Ein scharfer Schnitt zwischen
räumlicher und sachlicher Vereinheitlichung ist also nicht zu führen.
Vielmehr spitzt sich die räumliche Zentralisation auf die Frage der optimalen
Betriebsgröße zu, hängt also letztlich auch von der Kostengestaltung ab. Aus
technischen Gründen streben Fertigungsbetriebe bis zu einem gewissen Grade,
der nach der Branche verschieden ist 1 2 , zur räumlichen Einheit. Die Zusammenschlüsse
und Angliederungen in Form von Konzernen, d. h. die Zusammenfassung
mehrerer räumlich verteilter Betriebe oder Unternehmungen unter eine gemeinsame
und einheitliche Leitung verwirrt jedoch auch diese Entwicklung. Der Konzern
stellt immer eine räumlich dezentrale, sachlich aber mehr oder minder zentrale
Organisationsform dar. Der Grad der Zentralisierung kann dabei von so gut
wie allen betrieblichen Bedingungen abhängen 3 : von der örtlichen Verteilung an
sich und der Größe der Entfernungen, von den Personen, von der Branche, von der
Fertigungs-, Verwaltungs-, Einkaufs- oder Absatztechnik, von der Art und der
Wertigkeit des Erzeugnisses, von der Finanzierung usf. Immer werden die Geldpolitik
und als Mittel dazu das Rechnungswesen, ferner die Beschäftigungsverteilung,
die Investitionspolitik und in vielen Fällen auch die Beschaffungspolitik
zentral geleitet 4 . Dabei ist es natürlich nicht notwendig, daß all diese Stellen auch
örtlich zentral liegen; vor allem Einkauf, Verkauf und Rechnungswesen können
größtenteils räumlich verteilt, etwa bei den Werken, liegen; dies zum Beispiel
dann, wenn es sich um verschiedenartige Erzeugnisse handelt, bei denen eine
innige Zusammenarbeit zwischen erzeugenden und verkaufenden Stellen notwendig
ist 5 (vgl. auch die Zusammenfassung der syndizierten Erzeugnisse der
Vereinigten Stahlwerke in besonderen zentralen Verkaufsgesellschaften (s. S. 159),
während der Verkauf der Spezial-Werkstättenerzeugnisse bei den Werken verblieb).
Wenn heute starke Gründe der verschiedensten Art, zum Beispiel Gegengeschäfte,
Ausnutzung aller Preismöglichkeiten und Erfahrungen, planmäßige
Forschung u. ä. für die Einkaufszentralisierung angeführt werden, so geht daraus
deutlich die Neigung zur Zentralisierung bei steigenden Schwierigkeiten hervor.
1 Walb: Kaufmännische Betriebswirtschaftslehre, S. 20.
2 Siehe hierzu Beste: Die optimale Betriebsgröße, der auf S. 55—69 eine Darstellung der
Branohenversohiedenheiten in dieser Hinsicht gibt, die sich vorwiegend auf die Ergebnisse des
Enquete-Ausschusses stützt.
3 Beste: Verwaltungsaufbau und betriebliches Rechnungswesen. Festschrift Schmalenbaoh,
S. 110/11.
4 S. hierzu Bergmann: Festschrift Sohmalenbach: S. 293ff.
5 Dinkelbach: S. 1147.