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Metalle, wenn reine Doppelwährung herrscht — zur Münze zu bringen
und zu verlangen, daß ihm, gegen Entrichtung der Prägekosten, hieraus
gesetzliches Geld geprägt werde. Praktisch ist dies kaum vorgekommen, da
die Zentralnotenbank Gold zu einem festen Preise ankauft, der dem Wert
der ausgeprägten Münze entspricht. Neuerdings hat England das Recht der
Prägefreiheit aufgehoben, d. h. die Kgl. Münze darf für Private nicht mehr
englische Goldmünzen sLovoreignss ausprägen.
Die Grundlage eines Währungssystems ist entweder Papier oder
Metall. Bei der Metallwührung wieder ist zu unterscheiden zwischen
Monometallismus fd. h. ein Metall ist gesetzliches Zahlungs
mittels oder B i m e t a l l i s m u s sd. h. Münzen beider Metalle sind
als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt). Ob die einfache Währung
oder die Doppelwährung, und ob bei Monometallismus das Gold oder
das Silber den Vorzug verdiene, diese Fragen haben Anlaß zu einer
derartig umfangreichen Literatur gegeben, daß allein die Nennung der Ver
fasser und der Titel der Schriften mehrere Bogen dieses Buchs füllen würdest.
Der Staat setzt also einmal den Geldstoff fest. Er bestimmt aber auch
weiter Gewicht, Stückelung, Form und Legierung der Münzen, d. h. er
erläßt alle münztechnischen Vorschriften. Schließlich ordnet er überhaupt
an, wieviel Münzen von jeder Sorte ausgeprägt werden und bis zu
welcher Höhe für das nnterwertig ausgeprägte Geld sScheidemünzens An-
nahmezwang besteht.
Z. Ldelmetallgervinnung und monetärer Ldelmetallvorrat st.
Eine metallistische Währung ist nur möglich beim Vorhandensein einer
entsprechenden Quantität dieser Edelmetalle im Lande. Jährlich werden
große Mengen Edelmetalle neu gewonnen. Beeinflußt nun diese Pro-
duktion den Wert der Edelnietalle und damit den Geldwert? Seit ältesten
Zeiten ist bei der Dauerhaftigkeit dieser Waren, insbesondere des Goldes,
ein so großer Vorrat aufgespeichert, daß die neugewonnenen Mengen
demgegenüber nur unerheblich ins Gewicht sielen. Infolge der erhöhten
st Die hauptsächlichsten Werke sind in der Literaturübersicht am Schluß dieses
Buches angeführt.
2) Literatur: Pöschl, Art. Warenkunde im „Buch des Kaufmanns".
7. Ausl. Stuttgart 1923. W o r 1 d Atlas o! commercial geology. Washing
ton 1921.