Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die Wirtschaftlichkeit. 
Wir haben es hier zunächst mit der Wirtschaftlichkeit des Betriebes: mit der 
Betriebs-Wirtschaftlichkeit zu tun. Was ist darunter zu verstehen 1 Wir haben 
gesehen: die Verwirklichung des wirtschaftlichen Prinzips im (Wirtschafts-) Be 
trieb, d. h. also, daß die Betriebsleistung auf die bestmögliche Weise — geringster 
Aufwand an Mitteln — erstellt wird. Das ist an sich eine einfache und ver 
ständliche Erklärung. Doch sie löst sich in fast unübersehbare Weitheiten (und 
Schwierigkeiten) auf, wenn wir daran gehen, diese Wirtschaftlichkeit des Betriebs 
in der Wirklichkeit zu suchen oder zu gestalten. Wir gehen, um dies zu erkennen, 
am besten von einem Beispiel aus; Vor meinem Fenster befindet sich ein Säge 
werk. Ich sehe das Gebäude, höre die Gatter, erblicke ankommendes und lagerndes 
Holz sowie lagernde und abgehende Bretter. Arbeiter sind an den Hölzern be 
schäftigt, handhaben die Maschinen; der Betriebsleiter gibt Anweisungen, schreibt 
dies und jenes auf, Käufer kommen und gehen. Was ist Wirtschaftlichkeit ? 
Nichts weniger als alles dieses: daß für die richtige (Wasser-) Anfuhr des Holzes 
gesorgt ist, die Gebäude genügend (und nicht zu) groß sind, daß die Maschinen der 
gut befundenen Menge des Holzes entsprechen, daß das Schneiden ohne Störungen 
und unnötige Abfälle erfolgt, daß das Holz und die Bretter in bestimmter Menge 
gelagert werden, daß der Absatz der Leistungsfähigkeit des Werkes entspricht, 
daß die Menschenkräfte richtig eingesetzt sind und daß immer genügend — weder 
zu wenig noch zuviel — Geld vorhanden ist, um die Arbeiter zu entgelten und 
die Lieferer zu bezahlen usw. usw. Man sieht also: eine beträchtliche Menge von 
Einzeldingen, in der sich die Wirtschaftlichkeit des Betriebes offenbart oder offen 
baren sollte. Und nicht nur dies: sondern alle diese Wirtschaftlichkeit im einzelnen 
muß zu der gesamten Wirtschaftlichkeit, zur Betriebs-Wirtschaftlichkeit zusam 
menklingen, wenn man an den Wirtschaftsbetrieb insgesamt denkt. Man erkennt, 
daß es sich hierbei im Grunde um alles das handelt, was wir in den vorausgegange 
nen drei Hauptteilen dieses Buches im einzelnen kennengelernt haben: aus A die 
Bestimmung der Leistung (herzustellendes Gut), die Verwendung der Stoffe und 
Kräfte, die Art der Betriebsarbeit, die richtige Wahl des Standortes, aus B: die 
Leistung des Wirtschafters und die Mitwirkung der Arbeitskräfte sowie aus C: 
die Gestaltung der Betriebsorganisation. In der Tat: der vorliegende Hauptteil D 
faßt alles dies unter der Überschrift; Wirtschaftlichkeit zusammen, um anzu 
deuten, daß in diesem Ziel die Handlungen des Betriebsführers zusammenlaufen 
müssen. 
Wenn wir weiter bedenken, daß wir neben dem Sägewerk eine Unzahl anderer 
Wirtschaftsbetriebe des Handels, des Bergbaus, der Industrie, des Handwerks, der 
Banken, des Verkehrswesens, und in allen diesen Arten von Wirtschaftsbetrieben 
wieder eine große Zahl von Arbeiten und Mitteln haben, so wird klar, daß man zwar 
den Begriff der Wirtschaftlichkeit gedanklich vereinfachen kann (wirtschaftliches 
Prinzip), daß sich aber in der Wirklichkeit eine Fülle von Einzelheiten ergeben, die 
von Fall zu Fall verschieden sind und erkannt werden müssen. Will man eine 
ordnende Übersicht vornehmen, so besteht die Wirtschaftlichkeit, z. B. in Industrie 
betrieben, in folgendem: 
In der sparsamen Verwendung der Roh- und Hilfsstoffe bei der Erzeugung, dem Abfall und 
Ausschuß, in der richtigen Zusammenfassung der Aufträge für den Durchlauf der Erzeugung 
(Ersparnis an Lohnkosten und Arbeitsweohsel); 
in der Beschleunigung des Stoffdurohlaufs und Vermeidung unnötiger Verkehrswege und 
des Leerlaufs von Maschinen, aber auch deren Überbeanspruchung; 
in der pfleglichen Behandlung von Maschinen und Werkzeugen, den rechtzeitigen Repa 
raturen und Erneuerungen sowie in der zweckmäßigen Lagerung der Werkzeuge und der 
Ersatzteile; 
in der richtigen Ausnutzung der Betriebsanlagen durch entsprechende Anordnung und 
Verteilung der aufkommenden Arbeiten, in dem vorsorglichen Vermeiden von Stillstand der 
Maschinen;
	        
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