Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Wirtschaftlichkeit.

Neben  diesen  Ziffern,  die  den  Betrieb  mehr  in  Hinsicht  der  allgemeinen  Anordnung  und
Leistung  beleuchten,  spielt  die  Geschwindigkeit  des  Lagerumsatzes  eine  große  Rolle.  Diese
Ziffern,  die  innerhalb  der  Branchen  wieder  sehr  ungleichmäßig  sind,  greifen  schon  auf  die  Kapitalanordnung ­
  über,  indem  sie  die  Beanspruchung  des  Betriebskapitals  und  die  Verzinsung  erkennen ­
  lassen.  Andererseits  aber  ermöglichen  sie  auch  Rückschlüsse  auf  die  Risiken  der  Mode,
des  Warenverderbs  und  andere  Umstände.  Besonders  wichtig  für  die  Gestaltung  der  Unkosten
ist  die  Zahl  des  Umsatzes  je  Kunde,  da  sie  unmittelbar  für  die  Höhe  und  Art  der  Unkosten
kennzeichnend  ist.  Auch  die  Zusammensetzung  der  Unkosten  im  einzelnen  kann  recht  brauchbare ­
  Merkmale  ergeben,  wenn  man  die  hier  möglichen  besonderen  Umstände  erkennen  und
ausschalten  kann.
Besondere  Schwierigkeiten  ergeben  sich  beim  Großhandel,  der  hinsichtlich  Art
und  Umfang  der  Betriebe  und  ihrer  Aufgaben  nicht  die  Geschlossenheit  aufweist
wie  der  Einzelhandel.  Neben  dem  Handelsgut  spielt  hier  sowohl  die  Art  und
Richtung  des  Einkaufs  als  auch  besonders  des  Verkaufs  eine  große  Rolle;  immerhin ­
  sind  auch  hier  bestimmte  Größenordnungen  zu  erkennen,  die  allerdings  bisher
wohl  mehr  akademische  Bedeutung  haben.
Entsprechend  den  Wesensmerkmalen  der  Industrie  beziehen  sich  die  Rechnungsfaktoren ­
  der  Wirtschaftlichkeit  hier  mehr  auf  die  Erzeugung;  es  werden
also,  je  nach  der  Art  und  Aufbau  des  Industriezweiges,  der  mehr  arbeits-  oder
kapitalorientiert  sein  kann,  die  Leistungen  auf  die  Arbeitszeit  von  Mensch  oder
Maschine  (Stunde,  Tag,  Woche  usw.)  oder  auf  die  Arbeitseinheit  (Mensch,  Aggregat ­
  usw.)  bezogen.  Besonders  bekannt  ist  der  sog.  „Effekt“  im  Bergbau,  die  Ziffer
der  Förderleistung  je  Kopf  und  Tag  des  Beschäftigten;  hier  trennt  man  häufig
nach  der  Gesamtbelegschaft  und  Untertagebelegschaft,  zuweilen  auch  nach  der
reinen  „Hauerleistung  vor  Ort“.  Die  Verkehrsbetriebe  kennen  seit  langem
„Verkehrs“-  und  „Betriebs“-Koeffizienten;  die  Banken  haben  ihre  „Liquiditäts“-ziffern,
  die  Baubetriebe  einheitliche  Leistungszahlen  für  die  Einheit  „bewegten
Bodens“  oder  „umbauten  Raumes“  oder  „gemauerter  Fläche“;  das  Hotelgewerbe
kennt  die  Fremdenübernachtungsziffer.  Jede  Branche  hat  ihre  Kennziffern  der
Wirtschaftlichkeit,  die  mehr  oder  weniger  spezifiziert,  einen  Vergleich  der  Betriebsverhältnisse ­
  im  Hinblick  auf  die  Wirtschaftlichkeit  möglich  machen.
Die  Kennziffern  haben  sich  für  den  inneren  Vergleich  als  sehr  brauchbar  erwiesen. ­
  Die  Vielgestaltigkeit  des  betrieblichen  Geschehens  mit  den  mannigfachen
Möglichkeiten  des  Leerlaufs  machen  eine  dauernde  Betriebsüberwachung  zur  gebieterischen ­
  Pflicht.  Störungen  in  den  Arbeitsvorgängen,  Leerläufe  beim  Ineinandergreifen ­
  der  verschiedenen  Arbeitsvorgänge,  technische  oder  organisatorische
Hemmungen  bei  den  Arbeitsabläufen,  Rückständigkeiten  in  bezug  auf  die  Arbeitsmethode ­
  oder  die  verwendeten  Arbeitsmittel  usw.  lassen  sich  nur  durch  dauernde
Beobachtung  und  Durchrechnung  des  Betriebes  erkennen  und  abstellen.  Hier
setzen  die  verschiedenen  Methoden  der  „wissenschaftlichen  Betriebsführung“  an,
die  die  einzelnen  Arbeiten  und  Arbeitsgebiete  bis  ins  kleinste  zergliedern.  Durch
Zeitstudien  sogar  der  Griffelemente  werden  die  notwendigen  Arbeits-,  Warte-  und
Vorrichtungszeiten  erfaßt  und  in  Verbindung  mit  den  „Maschinenkosten“  (Kosten
des  Maschinenbetriebs  je  Zeiteinheit!)  Vergleichsziffern  zu  errechnen  versucht.
Hier  ergibt  sich  eine  Reihe  von  Fragen:  welche  Aufwendungen  des  allgemeinen  Betriebs
—  welche  Gemeinkosten  —  sollen  in  den  Ziffern  enthalten  sein?  Nur  die  „Betriebs“-Unkosten,
  die  Transport-,  Reinigungs-,  Leitungskosten  ?  Oder  auch  die  Vertriebskosten,  die
Verwaltungskosten  überhaupt,  die  Kosten  der  Lagerung,  des  Einkaufs,  der  Betriebsvorbereitung ­
  (Entwicklung,  Projektierung,  Konstruktion)  ?  Wo  und  wie  sollen,  falls  für  die  bisherigen
Fragen  eine  brauchbare  Lösung  gefunden  ist,  die  Materialien  eingerechnet  werden  und  wie
sollen  hier  wieder  die  eigentlichen  Rohstoffe  der  Produktion  und  die  Hilfsmaterialien  verrechnet ­
  werden?
4.  Der  Betriebsvergleich.  Unter  Betriebsvergleich  im  eigentlichen  Sinne
ist  zu  verstehen:  Der  Vergleich  von  Betriebszahlen  verschiedener,  selbständiger, ­
  unter  eigener  Leitung  stehender  Wirtschaftsbetriebe  derselben  Art.  Die
            
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