Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Vergleichung.

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rechtliche  Selbständigkeit  braucht  nicht  unbedingt  vorhanden  zu  sein;  ausschlaggebend ­
  ist  immer  das  Maß  an  Verfügungsfreiheit  für  die  oberste  Leitung  des
Betriebes.  So  kann  ein  Betriebsvergleich  sehr  wohl  durchgeführt  werden  zwischen
weitestgehend  selbständigen  Zweigbetrieben  eines  Trusts;  auf  der  anderen  Seite
kann  eine  Vergleichung  zwischen  Konzerngesellschaften  eines  straff  und  vollkommen ­
  zentral  geführten  Konzerns  nicht  als  Betriebsvergleich  bezeichnet  werden, ­
  da  eine  selbständige  Leitung  der  Einzelbetriebe  nicht  vorhanden  ist.
Der  Betriebsvergleich  soll  also  Betriebe  gegenüberstellen,  die  durch  selbständige ­
  Führung  in  ihrem  Aufbau,  in  ihrer  Kapitalausstattung,  in  ihrer  Betriebsgestaltung ­
  (Kosten,  Verfahren  usw.)  ihre  eigenen  Wege  gegangen  sind.  Das  Ergebnis ­
  des  Betriebsvergleichs  muß  also  zunächst  die  Feststellung  sein,  inwieweit
die  betrachteten  Betriebe  Gemeinsamkeiten  aufweisen  oder  welche  anderen  Wege
zur  Erreichung  des  Zieles:  wirtschaftlichste  Erstellung  und  Verteilung  von  Gütern ­
  eingeschlagen  wurden.  Schon  die  Erkenntnis  der  Verschiedenheiten  kann
für  den  einzelnen  Betrieb  sehr  aufschlußreich  sein:  der  Blick  wird  geweckt,  Anregungen ­
  für  eigene  Umstellungen  und  Änderungen  des  Betriebsaufbaus  werden
gegeben.  Als  ziffernmäßiger  Wert  kann  hierbei  jedoch  nur  eine  Größe  interessieren; ­
  die  Rentabilität  der  gesamten  Unternehmung.  Die  Teilziffern  des  Betriebs ­
  (Kosten,  Wirkungsgrade  usw.)  haben  nur  einen  bedingten  Vergleichs  wert.
Von  größerer  Bedeutung  ist  jedoch  die  Vergleichung  von  Betrieben,  die  einigermaßen ­
  gleiche  Wege  gegangen  sind  und  deren  Aufbau  gleichartig  ist.  Hier  können
die  innerbetrieblichen  Teilzahlen  verglichen  werden.  Der  große  Wert  solcher  Vergleiche ­
  liegt  darin,  daß  die  Wirtschaftlichkeit  nicht  innerhalb  des  eigenen  Betriebs
verglichen  wird,  wobei  die  Gefahr  besteht,  daß  die  gleichen  Fehler  immer  weiter
mitgeschleppt  werden  (Schmalenbach:  Mitunter  wird  Schlendrian  mit  Schlendrian ­
  verglichen),  sondern  durch  die  Heranziehung  betriebsfremder  Ziffern  festgestellt ­
  werden  kann,  ob  die  Wirtschaftlichkeit  besser  oder  schlechter  ist,  insbesondere ­
  worin  die  verschiedene  Wirtschaftlichkeit  begründet  liegt  und  wo  der  Ansatzpunkt ­
  für  Maßnahmen  zum  Zwecke  der  Steigerung  der  eigenen  Wirtschaftlichkeit ­
  liegt.  Damit  werden  neue  und  fruchtbare  Gedanken  in  den  Betrieb  gebracht,
die  Gefahr  der  Inzucht  im  Betriebe  wird  bekämpft  (Schnettler).
Als  Gegenstand  des  Vergleichs  können  alle  Werte  dienen,  die  irgendwie  vergleichsfähig
sind.  So  können  einfache  Ergebnisse  der  Buchhaltung  (Umsätze  auf  den  einzelnen  Konten),
der  Kostenrechnung  (Höhe  der  fixen  Kosten,  der  Kostenanteile  der  einzelnen  Arbeitsgänge
an  den  Gesamtkosten  eines  Erzeugnisses),  ferner  die  Ergebnisse  der  kurzfristigen  Erfolgsreohnung
  (Höhe  und  Schwankungen  des  Gewinns,  Ertragslage  einzelner  Abteilungen)  dem
Vergleich  zugrunde  liegen.  Weiter  können  alle  Ermittlungen  der  Betriebsstatistik  gegenübergestellt
  werden,  wie  wir  sie  im  einzelnen  in  den  vorigen  Kapiteln  kennengelernt  haben:  Beschäf  -
tigungsstatistik,  Absatzstatistik,  Unkostenstatistik,  Technische  Statistik,  Finanzstatistik,
Lagerstatistik.  Die  Zahlen  können  sich  auf  Mengen,  Werte  oder  auf  Verhältnisse  beziehen,
insbesondere  können  die  im  vorigen  Abschnitt  behandelten  Kennziffern  verglichen  werden;
sie  sind  es  ja,  die  in  ihrer  klaren  Sprache  die  Verhältnisse  des  einzelnen  Betriebs  am  besten
kennzeichnen.  Aus  den  Kennziffern  mehrerer  Betriebe  einer  Branche  kann  eine  durchschnittliche ­
  Branohenkennziffer  gebildet  werden,  die  eine,  weil  auf  breiterer  Grundlage  stehend,
bessere  Vergleichsmögliohkeit  bietet.  Weiter  kann  auch  ein  Vergleich  von  Werten  vorgenommen ­
  werden,  die  sich  nicht  nur  auf  den  Betrieb  beziehen,  sondern  der  Unternehmung
zugehörig  sind:  Ergebnisse  der  Unternehmungsstatistik  (Kapitalhöhe,  Kapitalaufgliederung,
Abschreibungen  und  vor  allem  der  Rentabilität  des  eigenen  oder  Gesamtkapitals).
Der  Betriebsvergleich  ist  also  im  Grunde  genommen  die  Vollendung  der
Betriebs-Statistik,  indem  die  zum  Wesen  der  Betriebs-Statistik  gehörende  Vergleichung ­
  sich  nicht  nur  auf  die  innerbetrieblichen  Verhältnisse  und  auf  verschiedene ­
  Zeiträume  oder  Zeitpunkte  (Zeitvergleich)  beschränkt,  sondern  indem  durch
Heranziehung  fremdbetrieblicher  Ziffern  ein  Vergleich  gleichzeitiger  Abschnitte
oder  Umstände  möglich  wird.  Im  eigenen  Betriebe  sind  die  Vergleichsmöglichkeiten ­
  regelmäßig  beschränkt,  es  sei  denn,  daß,  wie  in  Großbetrieben  oder  Kon-Prion,
  Die  Lehre  vom  Wirtschaftshetrieb.  III.  15
            
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