Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Wirtschaftlichkeit.

V.  Der  Voranschlag  (Budget).
1.  Wesen  des  Voranschlags.  Die  bisher  betrachteten  rechnungsmäßigen  Mittel
zur  Gewährleistung  der  Wirtschaftlichkeit  konnten  das  Ergebnis  eines  kürzeren
oder  längeren  Zeitabschnitts  lediglich  rückblickend  feststellen.  Eür  den  Vollzug
der  Wirtschaft  ist  eigentlich  von  noch  größerer  Wichtigkeit,  zu  wissen,  wie  sich  die
zukünftige  Entwicklung  gestalten  wird  und  wie  man  seine  Maßnahmen  einzurichten ­
  hat,  um  den  Erfolg  des  Wirtschaftens  sioherzustellen.  Zwar  können  die  Ergebnisse ­
  der  abgelaufenen  Abschnitte  wertvolle  Anregungen  und  Aufschlüsse
geben;  aber  sie  beziehen  sich  immer  auf  die  Vergangenheit.  Der  Wirtschafter
braucht  einen  Plan,  der  eine  Vorausschätzung  des  kommenden  Betriebsablaufs  auf
Grund  der  Erfahrungen  der  Vergangenheit  darstellt.  Der  Plan  soll  sich  auf  alle  im
Betriebe  vorkommenden  wert-  und  mengenmäßigen  Bewegungen  erstrecken  und
diese  in  geschätzten  Zahlen  enthalten.  Als  Endergebnis  soll  der  Plan  zeigen,  ob
nach  Ablauf  des  Abschnitts  ein  Gewinn  vorhanden  sein  wird  oder  nicht,  d.  h.  ob
die  Wirtschaftlichkeit  der  Unternehmung  gewahrt  sein  wird.  Nach  einem  solchen
Plan  soll  der  Betrieb  dann  in  der  Weise  arbeiten,  daß  keine  Unausgeglichenheiten
zwischen  den  einzelnen  Betriebsgliedern  auftreten,  daß  kostspielige  Stockungen
ausgeschlossen  sind,  kurz,  daß  hier  gleichfalls  der  Gesichtspunkt  der  Wirtschaftlichkeit ­
  beachtet  wird.  Die  Durchführung  des  Plans  geht  in  der  Weise  vor  sich,
daß  den  einzelnen  Abteilungen  des  Gesamtbetriebs  ein  sich  aus  dem  Gesamtplan
ergebender  Teilplan  übertragen  wird,  nach  dessen  Ziffern  gearbeitet  werden  soll.
Der  einzelnen  Abteilung  wird  also  ihre  Leistung  und  ihr  Aufwand,  den  sie  zur  Erstellung ­
  der  Leistung  in  Anspruch  nehmen  kann,  vorgeschrieben.
Aus  dieser  Vorgabe  von  Leistung  und  Aufwand  hat  die  Rechnung  im  Vergleich ­
  mit  der  Haushaltsrechnung  der  öffentlichen  Hand  ihren  Namen  erhalten:
Budget-Rechnung.  Ursprünglich  gab  die  Haushaltsrechnung  auch  lediglich
Richtlinien  für  die  Einnahmen  und  Ausgaben  nach  Menge  und  Geld,  erst  später
wurde  sie  ganz  und  gar  auf  die  Geldrechnung  umgestellt  und  hat  als  gesetzlicher
Etat  eine  bindende  Wirkung  für  die  Verwaltung  erhalten.  Die  enge  Verwandtschaft ­
  zwischen  öffentlicher  Haushaltsrechnung  und  kaufmännischem  Voranschlag ­
  geht  auch  aus  der  Entstehungsgeschichte  des  letzteren  hervor,  der  in  den
Vereinigten  Staaten  gleichzeitig  mit  der  Einführung  der  Staats-Haushaltsrechnung ­
  einen  starken  Auftrieb  erlebte.  Es  ist  jedoch  zu  beachten,  daß  die  Führung
des  Wirtschaftsbetriebes  durch  einen  vorgefaßten  Plan  keine  amerikanische  Erfindung ­
  ist:  schon  immer  wurden  die  Wirtsohaftsbetriebe  planmäßig  geführt,  wie
überhaupt  eine  Wirtschaft  ohne  Plan  nicht  denkbar  ist;  der  neue  Gedanke  der
kaufmännischen  Voranschlagsrechnung  besteht  nur  darin,  daß  dieselbe  systemvoll
auf  alle  Gebiete  des  Wirtschaftsbetriebes  ausgedehnt  wird  und  daß  die  Ziffern  der
Budgetrechnung  unmittelbar  zur  Betriebsanleitung  verwandt  werden.
Durch  den  Vergleich  der  richtig  aufgebauten  Zahlen  des  Voranschlags  mit  den
tatsächlichen  Ergebnissen  der  Voranschlagsperiode  ergibt  sich  eine  wirkungsvolle
Kontrollmöglichkeit.  Ist  der  Voranschlag  genügend  fein  aufgegliedert,  so  kann
ohne  Schwierigkeiten  festgestellt  werden,  warum  die  Voranschlagszahlen  nicht  eingehalten ­
  wurden  und  es  kann  für  Abhilfe  gesorgt  werden.  Eine  allmähliche  Steigerung ­
  der  betrieblichen  Wirtschaftlichkeit  kann  angeregt  werden  durch  eine  vorsichtige ­
  Steigerung  der  Vorgaben  sowie  durch  eine  Verkoppelung  der  Entlohnung
mit  der  Einhaltung  und  Unterschreitung  der  Voranschlagsziffern  in  Form  des
sog.  Prämien-Voranschlags  (auf  den  unten  noch  näher  eingegangen  werden  soll).
Eine  solche  wissenschaftliche  Betriebsführung,  wie  sie  mit  Hilfe  des  kaufmännischen ­
  Voranschlags  durchgeführt  werden  soll,  ist  nicht  ohne  Vorgänger.
Man  kann  die  Voranschlagsrechnung  als  geradlinige  Fortsetzung  der  Bestrebungen
Taylors  ansehen:  während  Taylor  versuchte,  das  „Wie“  des  Betriebsablaufs
            
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