Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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Produktionssteuer  macht  sich  also  dem  Arbeitnehmer  selbst  nicht
unmittelbar  fühlbar,  da  ja  der  Arbeitgeber  für  ihn  die  Steuer  entrichten ­
  soll.  Ich  möchte  bei  dieser  Gelegenheit  darauf  Hinweisen,
daß  das  nicht  etwa  ein  Novum  darstellt,  wir  haben  vielmehr  etwas
Aehnliches  schon  in  Gestalt  der  öffentlichen  Kranken-  und  Invalidenversicherung, ­
  wo  ja  die  Beiträge  zum  Teil  auch  vom  Arbeitgeber
bezahlt  werden.  Auch  hier  liegt  die  Sache  so,  daß  eigentlich  der
ganze  Betrag  zu  Lasten  des  Arbeitnehmers  geht,  aber  dieser  hat  sich
schon  längst  daran  gewöhnt,  den  vom  Unternehmer  bezahlten  und
meistens  auch  den  gleich  an  seinem  Lohn  in  Abzug  gebrachten
Betrag  gar  nicht  erst  als  Einkommen  anzusehen.
Die  technische  Durchführung  der  Lohnproduktionssteuer  dürfte
kaum  Schwierigkeiten  bereiten.  Sie  wird  unmittelbar  an  der  Quelle
der  Produktion  erhoben,  und  zwar  vom  Arbeitgeber,  der  natürlich
den  Steuerbetrag  bei  seinen  Kalkulationen  mitberücksichtigen  wird
und  muß.  Die  Kontrolle  ist  einfach  und  sicher;  man  wird  jedem
Arbeitgeber  ziemlich  genau  nachrechnen  können,  was  er  im  Jahre  an
Löhnen  und  Gehältern  gezahlt  hat,  Steuerhinterziehungen  werden
also  kaum  möglich  und  sehr  selten  sein.  Ueberdies  könnte  man  ja
auch  hier,  um  ganz  sicher  zu  gehen,  erhebliche  Geld-  und  Freiheitsstrafen ­
  festsetzen.  Ueber  die  Höhe  des  Steuersatzes  kann  man  natürlich ­
  verschiedener  Meinung  sein,  ich  schlage  10  Prozent  der
Jahreslohnsumme  vor;  letzten  Endes  wird  die  Entscheidung  hierüber
immer  von  dem  jeweiligen  Staatsbedarf  abhängen.
Rechtfertigung  und  Kritik.
Es  liegt  nahe,  die  Frage  auszuwerfen:  Wozu  soll  die  Lohnproduktionssteuer ­
  dienen,  und  warum  soll  sie  noch  neben  der  schon
alles  Besitztum  erfassenden  Vermögenshaststeuer  erhoben  werden?
Abgesehen  davon,  daß  der  Staatssäckel  Einnahmen  immer  brauchen
kann  und  Steuern  sich  aus  dem  Grunde  immer  rechtfertigen  lassen
werden,  liegt  die  Antwort  in  Folgendem:  Die  Vermögenshaft-  und
die  Lohnproduktionssteuer  sollen  durchaus  verschiedenen  Zwecken
dienen,  nämlich  die  erstgenannte  der  Deckung  der  inneren  und  die
zweite  der  der  äußeren  Schuld;  beide  Schuldarten  sind  groß  genug,
um  eine  besondere  Steuer  nicht  nur  zu  rechtfertigen,  sondern  geradezu
als  zwingende  Notwendigkeit  erscheinen  zu  lassen.  Die  äußere  Schuld
            
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