248
Die Herrschaft des Wortes“,
nicht ausführen und auch in der Folge nur andeuten, daß uns in
allen diesen Dingen auch nur das Wort an wesentliche Unterschiede
glauben macht, und wieder nur das Wort zu grundsätzlichen Auf
fassungen verleitet.
Wie nun dieses eigentümliche Geschehen kein erlebtes ist, so wird
auch um seinetwillen nie und nimmer aus dem Zuständlichen Gebilde
ein Ich! Solche Zauberei bringt keine und noch so befugte Um
formung unseres Denkens zuwege; um etwas anderes aber handelt es sich
tatsächlich nicht. Nur die Mystik kann jenen Zauber träumen. Wohl
aber bleibt unser Denken auch bei dieser Umformung mit dem Erleben
in Einklang. Es greift nicht einfach mit jener kürzenden Willkür ein,
die uns z. B. von dem „Erwachen der Idee des Weltfriedens“ reden
läßt. Das Handeln im Bereiche dieser strömenden Einheiten stachelt
selber dazu an, kraft seiner Zusammenhänge, erlebtes Geschehen so
umzuformen. Und deshalb ist unser Geist abermals im guten Recht,
wenn er noch über diesen Anreiz hinaus Form und Farbe in die Welt
der Erlebungen bringt. So stellt sich uns auch jenes Geschehen als
ein Handeln dar. Nach seinem Bezug auf dieses höhere Handeln
erscheint das Zuständliche Gebilde als eine Abart von Person; sagen
wir, es wird zur Oberperson. Die ist für das geläuterte Bewußtsein
mit dem Gebilde, dem „Staate“ z. B., schlechthin Eines. Das ur
wüchsige Denken redet etwas markiger vom „perfiden Albion“, oder
vom „unaussprechlichen Türken“. Wenn hier persönliches Handeln
im oberpersönlichen aufgeht, so bildet auch dieses wieder eine
Einheit. Sie steht schon zwei Schritte vom Erlebten ab. Allein
auch dem Geschehen im Verbände dieser Einheit sind Determinanten
ureigen. Auch die Oberperson verrät Persönlichkeit; man kann
ruhig von Individualität sprechen, wenn auch das Verhältnis dann noch
befremdlicher wird. Aber es hängt ja, wie sofort erwähnt wird, das
oberpersönliche Handeln an dem Gliederbau des Zuständlichen Gebildes.
Das letztere ist selbst für unser verflachendes Denken um so eigenartiger
gegliedert, je umspannender es ist. Ein „Staat“ z. B., der entspricht
schon einer gehörigen Spannweite, die übrigens nicht an Köpfen zu
zählen und nicht an Grenzen zu messen ist. Es handelt sich um
gegliedertes Geschehen, und daher spricht auch der Reichtum
der Gliederung mit. Nicht je „größer“, sondern je intensiver diese
Gebilde sind, desto eigenartiger sind sie. Damit sind aber für das
oberpersönliche Handeln sofort spezifische Determinanten gegeben-
Dazu steuern z. B. auch die Individualitäten der Personen bei, & e
gleichsam als Sachwalter des „höheren“ Handelns erscheinen. Auf ß er
anderen Seite machen sich umgekehrt wieder die Übereinstimmungen