Full text : Vieh und Fleisch in der deutschen Kriegswirtschaft

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mein  ber  einzelne  Schlächter  schlachten,  sondern  nur  eine  Zentralstelle.
Diese  kann  der  Kommuualverband  selbst  sei»  (städtische  Regie)  oder
die  Gesamtheit  der  Metzger  (Innung).  Beide  Arten  finden  sich
häufig.  Diese  einheitliche  Zusammenfassung  erfordert  ein  genügendes,
meistens  vorhandenes  Schlachthaus,  genügendes  Personal',  das  der
Innung  entnommen  werden  kann,  und  eine  eigene  Kapitalgrundlage,
da  ein  erheblicher  Geldumschlag  und  beträchtliche  Unkosten  zu  decken
sind.  Es  muß  also  auch  die  entsprechende  Buch-  und  Kassenführung
eingerichtet  werden.
Ist  dies  alles  beschafft,  so  läßt  sich  mit  leichten  Mitteln  eine
Verteil  ungszentrale  anschließen,  welche  die  Kartenaumeldungen
  der  Ladcnfleischer  prüft,  abrechnet  und  durch  die  entsprechende ­
  Fleischzuteilung  wöchentlich  befriedigt.  Hierbei  ergibt  sich
dann  für  jeden  Fleischer  eine  Art  Verrechnungsverkehr,  bei  dem  ihm
Überschüsse  gutgeschrieben  werden  können  und  begründeter  Mehrverbrauch ­
  ersetzt  werden  kann.  Damit  ist  das  Höchstmaß  an  Genauigkeit ­
  erzielt.
Die  zentrale  Schlachtung  erzielt  ihrerseits  die  Abfälle,  das  Blut,
die  Eingeweide  usw.  in  eigener  Hand  und  führt  deshalb  von  selbst  zur
Z  e  >,  t  r  a  l  w  u  r  st  e  r  e  i.  Letztere  ist  übrigens  sogar  in  Städten
ohne  Zentralschlachtung  öfters  üblich,  indem  von  den  Schlächtern
ans  deren  Einzelschlachtungen  jene  Wurstgüter  zurückgefordert
werden.  Es  leuchtet  ein,  daß  der  erstere  Weg  einfacher  und
sicherer  ist.
Die  Zentralwursterei  ist  in  der  Lage,  zur  Herstellung  der  Wurst
(städtische  Wurst,  Einheitswurst,  Kriegswurst)  alles  wirklich  einwandfrei ­
  zu  verwenden,  was  hierzu  anfällt.  Auf  diesem  Wege  ist  der
Vergeudung  von  Blut,  Abfälle»  und  dergl.  vorgebeugt.  Insbesondere
können  alle  Riuderschlachtabfällc  mit  Schweinefett  zusammen  zu
brauchbarem  Wnrstgut  verwendet  werden.  Das  sichert  eine  Höchstausbeute,
  welche  die  Befriedigung  aller  Fleischkarten  mehr  und  mehr
erleichtert.
Es  steht  durch  Erfahrung  fest,  daß  auf  diesem  Wege  viele  Gemeinden ­
  250  g  Wochenkopfmeugcu  glatt  erzielt  haben,  obwohl  ihnen
rechnerisch  weniger  Gesamtschiachtvieh  und  damit  Ausbeute  auf  de»
^opf  der  Bevölkerung  zur  Verfügung  stand  als  anderen  Städten,  die
wit  verhältnismäßig'  höheren  Viehmengen  doch  nicht  die  Austeilung
lener  250  g  zu  Wege  brachten.  Das  wird  oft  bei  der  Beurteilung
ber  Fleischverteilung  sehr  zu  Unrecht  übersehen.
Es  muß  indessen  hierbei  erwähnt  werden,  daß  die  Innungen
und  deren  Organisationen  (EinkansSzentrnlen,  VerwertuugSgenosseii-
            
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