Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Industriebilanzen.

späterer  Erweiterung  des  Betriebes  oder  notwendiger  Arrondierung ­
  wegen  der  Nachbarschaft  angeschafft  wurde.  Der  Anteil
der  Immobilien  an  dem  Gesamtvermögen  ist  für  die  einzelnen
Industrien  naturgemäß  sehr  verschieden;  er  betrug  in  der
keramischen  Industrie  etwa  y 2 ,  im  Braugewerbe  etwa  x / 3 ,  in  der
Maschinen-  und  Textilindustrie  etwa  1 / i — 1 / h .  Auf  die  Größe
der  in  Produktionsmitteln  festgelegten  Beträge  haben  u.  a.  bestimmenden ­
  Einfluß:  die  Produktionsfähigkeit  der  Unternehmung, ­
  d.  i.  die  maximale  Produktionsmöglichkeit;  die  zur
Anwendung  gebrachten  Arbeitsmethoden,  die  Abschreibungspolitik, ­
  die  Konjunktur  (hohe  oder  niedrige  Anschaffungspreise). ­

Die  Höhe  der  Warendebitoren  —  die  „Finanzkreditoren“
(Bankguthaben)  und  Anzahlungen  auf  Bestellungen  sind  auszuscheiden ­
  (vgl.  Schema  S.  14)  —  ist  abhängig  vom  üblichen
Zahlungsziel,  von  der  Größe  des  Objekts  und  dem  Absatz.  Ein
Absatz  ä  tout  prix  wird  die  Forderungsbestände  und  die  Ausfälle ­
  an  Buchforderungen  erhöhen.  Hat  ein  Elektrizitätsunternehmen ­
  beispielsweise  kurz  vor  der  Bilanzaufstellung  eine
größere  Anlage  fertiggestellt,  dann  werden  die  Debitoren  eben
größer  sein.  Schleppende  Zahlungsweise,  einseitige  Kreditverlängerung ­
  der  Abnehmer  und  Anhäufung  der  Außenstände  führen
zu  einer  Festlegung  von  Betriebsmitteln  und  zur  Vermehrung
der  Kreditkapitalien,  wodurch  eine  Belastung  des  Ertrages  mit
dem  Leihzins  des  Kapitals  verbunden  sein  wird.  Ein  hoher
Geldzinssatz  erschwert  naturgemäß  die  Verminderung  des  Debitorenkontos, ­
  bei  dessen  Beurteilung  überdies  die  Art  des  Artikels, ­
  die  Verkaufsorganisation,  die  Kaufkraft  der  Abnehmer
und  die  allgemeine  wirtschaftliche  Lage  mitberücksichtigt  werden ­
  müssen.  Unter  den  Debitoren  werden  gelegentlich  auch
Darlehnsforderurigen  an  Tochtergesellschaften  oder  befreundete
Unternehmungen  verrechnet.
Große  Voreinzahlungen  auf  Warenlieferungen  (Passiva)  deuten ­
  auf  eine  günstige  finanzielle  Lage  der  Unternehmung,  eigene
Voraus-  und  Teilzahlungen,  z.  B.  auf  Neubauten,  Lieferungen
(Aktiva)  auf  zukünftige  große  Verbindlichkeiten  (bei  Maschinenbestellungen ­
  Vs  Anzahlung),  vielfach  auch  auf  geringen  Kredit ­
  hin.
            
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