Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Zahlnngsbereitschaft.  25S
lichkeiten,  die  Liquiditätsnote,  ergibt  den  Betrag  der  „Überdeckung“ ­
  oder  der  „Zuschußdeckung“  an,  d.  h.  jenen  Betrag,  der
zur  sofortigen  Deckung  aller  Verbindlichkeiten  „aus  den  Debitoren“ ­
  zu  nehmen  ist.  Doch  sind  die  Buchforderungen  nur
insoweit  greifbar,  als  sie  durch  leicht  realisierbare  Werte  gedeckt
und  die  Vorschüsse  nicht  durch  Vertrag  auf  eine  bestimmte
Zeit  gebunden  sind.  Die  disponiblen  Mittel  werden  absolut
Unwachsen  mit  dem  Anwachsen  der  Verbindlichkeiten,  relativ
hingegen  ist  ein  Sinken  im  Verhältnis  zu  dem  Anschwellen
der  Verbindlichkeiten  zu  beobachten.
Die  Bedeutung  der  Liquidität  ist  naturgemäß  sehr  verschieden. ­
  Bei  Hypothekenbanken  beispielsweise  spielt  sie  eine
untergeordnete  Rolle,  weil  sich  diese  Banken  die  notwendigen
Gelder  durch  Pfandbrief-  und  Aktienemission  beschaffen  können.
Auch  für  Straßenbahn-Unternehmungen  hat  die  Zahlungsbereitschaft ­
  geringe  Bedeutung.  Ihre  Ausgaben  sind  ziemlich  genau
im  voraus  feststellbar,  in  bestimmten  regelmäßigen  Terminen
wiederkehrend,  ihre  Einnahmen  gehen  mit  bestimmter  Regelmäßigkeit ­
  ein.  Für  eine  Industrie-Unternehmung  ist  eine  geringere ­
  Zahlungsbereitschaft  dann  bedeutungslos,  wenn  sie  kreditwirtschaftlich ­
  sehr  stark  ist,  d.  h.  Geldkapital  jederzeit  erlangen ­
  kann  oder  über  entsprechende  Geldreserven  verfügt.
Ein  größerer  Bestand  an  jederzeit  verfügbaren  Mitteln  ist  für
Depositen-  und  solche  Banken  zu  fordern,  die  neben  sonstigen
Kreditgeschäften  Depositengelder  in  erheblichem  Umfang  annehmen, ­
  also  Banken,  bei  denen  eine  große  Zahl  von  Gläubigern
berechtigt  ist,  ihre  Einlagen  jederzeit  zurückzufordern.  Die
Praxis  wird  auch  hier  das  richtige  Verhältnis  zwischen  Zahlungsbereitschaft ­
  und  Deckungsdringlichkeit  finden.
Ein  praktisches  Beispiel  einer  Zeitungskritik  möge  das
Problem  der  Zahlungsbereitschaft  erläutern  (Deutsche  Bank,
Frankfurter  Zeitung,  Nr.  423  von  1921)  (vgl.  S.  254).
Bisher  war  von  der  Liquidität  der  Bankbilanzen  die  Rede,
die  das  Verhältnis  zwischen  Deckungsdringlichkeit  und  Deckungsmöglichkeit ­
  betrachtet.  Anders  geartet  ist  die  Frage  nach  den
genügenden  Betriebsmitteln,  beispielsweise  bei  industriellen  Unternehmungen, ­
  oder  genügenden  Fonds  zur  Ausdehnung  des
Geschäftsbetriebes:  eine  Frage  der  Geldbeschaffung.
            
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