Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

Liquidationsbilanzen.

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können  die  Reserven  einem  Liquidationskonto,  Liquidationskapitalkonto ­
  oder  dem  Gewinn-  und  Verlustkonto  überwiesen
werden.  Die  Rückzahlungsquoten  vermindern  das  Aktienkapital,
und  dementsprechend  erscheint  das  Aktienkapitalkonto  in  der
Liquidationsbilanz  vermindert,  oder  es  bleibt  unverändert,  wogegen ­
  die  Rückzahlungen  auf  der  Aktivseite  erscheinen  x ).
1.  Beispiel  einer  Liquidationsbilanz  (Münchener  Trambahn-A.-G.);
  S.  362  und  363.
2.  Beispiel:  Bodengesellschaft  Kurfürstendamm  S.  363/64.
3.  Interessant  ist  das  S.  364ff.  folgende  Beispiel  der  Liquidation ­
  der  Kreditanstalt  für  Industrie  und  Handel,  Dresden.  Wir
bringen  die  Schlußbilanz  für  1900,  die  Liquidations-Eröffnungsbilanz ­
  für  12.  Juli  1901  und  machen  auf  die  Bemerkungen  zu
beiden  Bilanzen  aufmerksam.  Dann  folgen  die  1.  Liquidationsjahresbilanz ­
  und  die  für  das  Jahr  1910  (1919  war  die  Liquidation
noch  nicht  beendet).
Bemerkungen  zur  Liquidations-Eröffnungsbilanz  (S.  366).  Beginn  der
Liquidation  12.  Juli  1901  (Tag  der  außerordentlichen  Generalversammlung,
Ernennung  der  Liquidatoren).  Die  Kreditanstalt  gewährte  den  zahlreichen
Gründungen  der  „Kummerwerke“  große  Kredite  und  übernahm  für  sie
Bürgschaften,  ohne  eine  andere  Sicherheit  als  gegen  Hinterlegung  der
eigenen  Werte  dieser  Unternehmungen.  Diese  leichtsinnige  Kreditgewährung
führte  zur  Katastrophe.
Vom  Wechselkonto  sind  952  000  M  abgesetzt  auf  solche  Wechsel,
die  das  Giro  einiger  in  Zahlungsschwierigkeiten  bzw.  Konkurs  befindlicher
Firmen  tragen.  Die  Absetzung  auf  Lombardkonto  erfolgte  für  minderwertige
Effekten  und  zahlungsunfähige  Schuldner,  Auf  Konsortialkonto  wurden
schon  in  der  B.  am  31.  Dez.  M  950  315  abgeschrieben,  die  der  Dividendenergänzungsreserve ­
  entnommen  waren.  Die  Bergwerksgerechtsame  stehen
mit  dem  Anschaffungswert  zu  Buche,  da  sich  ein  Verkaufswert  nicht  feststellen ­
  ließ.  Für  die  Freischürfe  wurde  überhaupt  kein  Wert  eingestellt,
da  eine  Verwertung  in  absehbarer  Zeit  unmöglich  erschien.  Die  voraussichtlichen ­
  Verluste  für  Aval-Akzepte  sind  abgesetzt.  Auf  dem  Interimskonto
für  eigene  Akzepte  sind  die  bis  12.  Juli  1901  fällig  gewesenen  Akzepte  der
Bank  einschließlich  Spesen  gebucht.  Diese  Beträge  wurden  auf  Akzeptenkonto
  belassen,  andererseits  den  Gläubigern  auf  Kontokorrent-Konto  gut-!)
  Über  die  besonderen  Vorschriften  der  §§  80—81  G.  m.  b.  H.,  für
die  Umwandlung  einer  Aktiengesellschaft  in  eine  Gesellschaft  m.  b.  K.
vgl.  S.  350f.;  wegen  der  Liquidation  der  G.  m.  b.  H.  vgl.  §§  66ff.  des  genannten ­
  Gesetzes,  auch  Zeitschr.  f.  Handelswissenschaft  und  Handelspraxis
1910,  S.  119.  Bei  der  Umwandlung  einer  Kommanditaktien-  in  eine  Aktiengesellschaft ­
  wird  eine  Schlußbilanz  verlangt  {§§  333—341  HGB.),
            
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