Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

an  Lennep  abgeliefert,  der  sie  an  den  Kurfürsten  weiterbesorgte 104 .
Dann  begaben  sich  am  28.  Juni  Buderus  und  Galland  nach  Frankfurt, ­
  um  alle  Kupons  und  Staatspapiere,  die  sonst  noch  in  das
Freye  &  Jordissche  Depot  gelangt  waren,  an  geeignete  Stelle  zu
bringen.  Die  Kiste  Nr.  3,  in  der  sich  6  Päcke  mit  Obligationen
befanden,  die  zu  den  Unterpfändern  der  Finanzräte  Rüppell  &  blamier
gehörten,  wurde  von  Galland  geleert  und  der  Inhalt  an  Lennep
abgeliefert,  der  die  Besorgung  an  den  Kurfürsten  übernahm  (Buderus
an  den  Kurfürsten  1.  August  1807,  S.  5).  Die  Obligationen  von  der
Militärwitwenkasse  aus  Kasten  Nr.  18  nahm  Buderus  an  sich,  um
die  erforderlichen  Umtauschungen  bei  den  Unterpfändern  vorzunehmen ­
  und  sie  später  an  Starkloff  und  Gottsched  in  Kassel  abzuliefern. ­
  Auch  behielt  er  den  Kapitalienetat  pro  1806  von  der
Rentkammer  in  Hanau,  um  sich  nötigenfalls  desselben  bedienen  zu
können.  Dem  Kurfürsten  übermittelte  er  den  Hauptkriegsetat,  den
Oberrentkammeretat,  den  Hanauer  Kammeretat  und  den  Ämteretat,
alle  vom  Jahr  1806.  An  Kasseler  Behörden  gelangten  bei  dieser
Gelegenheit  und  wurden  durch  den  Archivarius  Galland  dorthin
gebracht:  1.  eine  Anzahl  Obligationen  und  Kupons,  die  von  der
Oberrentkammer  zurückverlangt  waren,  2.  die  Kautionsobligationen
vom  Steuerkollegium,  die  der  Kriegsrat  Gschwind  benötigte,  3.  die
Staatspapiere  von  der  Zivilwitwenkasse,  dem  Hofhospital,  dem  Hofgerichtsdepositum ­
  und  die  Ordensobligationen;  diese  waren  sämtlich ­
  vom  Regierungsrat  Schmerfeld  zurückverlangt 105 .
Am  liebsten  hätte  der  Kurfürst  außer  den  eigentlichen  Wertobjekten ­
  auch  alle  Archivalien  an  sich  gezogen,  und  im  August  1807
wandte  er  sich  in  diesem  Sinne  an  den  Minister  von  Waitz  und
an  seine  Rechnungsführer  Buderus  und  Lennep.  Buderus  sollte
persönlich  alle  in  Frankfurt  und  Eisenach  lagernden  Kisten  nach
Itzehoe  überführen.  Er  wies  jedoch  darauf  hin,  wie  gefahrvoll  es
für  das  Eigentum  des  Kurfürsten  sei,  wenn  der  von  allen  Seiten
scharf  beobachtete  Rechnungsführer  ein  solches  Wagnis  unternehme.
Auch  wies  er  auf  die  Sicherheit  der  Frankfurter  Depots  hin,  für
deren  Erhaltung  er  persönlich  hafte.  Dagegen  pflichtete  er  dem
Kurfürsten  bei,  daß  das  Eisenacher  Depot  fortgeschafft  werde,  und
bat  den  Minister  von  Waitz,  eine  geeignete  Person  hiermit  zu
beauftragen.  Dieser  übertrug  die  Aufgabe  zwei  Artillerieoffizieren,
den  Leutnants  Kellermann  und  Schwarzenberg.  Schon  vorher  hatte
der  Geheimrat  Kunckell  von  Löwenstern  eine  Kiste  des  Eisenacher
            
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