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4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
des Erwerbes; im ersteren Falle wird das Bestreben sich energischer
kundgeben; ob es ans Ziel kommt, ist jedoch ganz unbestimmt. Es
hängt hauptsächlich davon ab, wie leicht oder schwer es ist, den
ungünstigen Verhältnissen zu entgehen. Darum wird die Steuer
überwälzung dem beweglichen Kapital leichter gelingen, als dem
unbeweglichen, dem kaufmännischen leichter als dem industriellen,
der Arbeit niederer Ordnung leichter als der geistigen Arbeit, dem
Kapital leichter als der Arbeit usw. Bei Waren, die entbehrlich
sind, ist die Überwälzung schwerer als bei unentbehrlichen, bei ver
tretbaren schwerer als bei unvertretbaren, bei durch die Konkurrenz
vermehrbaren schwerer als bei anderen. Ein Unterschied ergibt
% sich auch daraus, ob der Produzent mehr^e^ger Herrschaft über
' den Markt besitzt oder nicht. Je mehr der Markt durch Über
einkommen beeinflußt werden kann, um so leichter gelingt die
Überwälzung.
4. Auch praktisch ergeben sich bei der Steuerüberwälzung
große Schwierigkeiten, da der Steuerbetrug oft in sehr kleine Teile
zerlegt werden muß. Nehmen wir an, daß der Staat die Erwerb
steuer von 10 auf 12 Prozent erhöht. Ein Kaufmann, der bisher
4000 Mark Erwerbsteuer bezahlte, soll in Zukunft 4800 Mark be
zahlen. Wenn die Erwerbsteuer 10 Prozent beträgt, so entspricht
die Steuer von 4000 Mark einem Einkommen von 40000 Mark,
was beiläufig einen Umsatz von 1 Million Mark voraussetzt. Wir
wollen aber nur einen Umsatz von 500000 Mark annehmen, auch
dann unterliegt es keinem Zweifel, daß die Verteilung der neuen
Steuer im Betrage von 800 Mark auf diesen Umsatz resp. auf die
einzelnen Umsätze, ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und was vom
Kauf manne gilt, das gilt gleichermaßen vom Gewerbsmann, vom
Kechtsanwalt, vom Arzt, mit einem Worte, von allen Berufen, in
denen die einzelnen Leistungen keinen besonders hohen Wertbetrag
repräsentieren. Eine Ausnahme bilden jene Fälle, in denen einzelne
Transaktionen große Summen betragen. Die Theorie hat hier das
Phänomen der Dispersion vernachlässigt, den Umstand, daß bei der
Aufteilung Kraft verloren geht. Demgegenüber hilft in dem ange
führten Falle nicht so sehr die eigentliche Überwälzung, sondern
die Abwälzung oder Kückwälzung. Der Kaufmann kann weniger
Hilfskräfte verwenden, kann bei Beleuchtung usw. sparen. Auf die
Überwälzung kann dann gerechnet werden, wenn es sich um stärkere
Belastung handelt, um die Einführung von drückenden Steuern,
von drückenden Steuererhöhungen, der weiteren Belastung bereits
überlasteter Steuerquellen. Aber auch in diesem Falle kann sie
nur unter den oben angegebenen Bedingungen gelingen.