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Im linken Seitenflügel der den Hof umgebenden Gebäude sind die Mälzerei, das Betriebslaboratorium und daran
anschließend die Bureaus untergebracht, im rechten Flügel die Werkstätten, Materiallagerräume, Faßwaschhalle
und Personalwohnungen. Am Ende des Hofes liegt das Sudhaus. Oberhalb des Sudhauses sind die
Malzputzerei und die Schroterei eingerichtet. Rechts vom Sudhaus liegen die ausgedehnten Gärkeller, darunter
die ebenfalls sehr geräumigen Lagerkeller. Durch das Sudhaus gelangt man in einen zweiten Hof, der das
Maschinenhaus und die Dampfkesselanlage, die Böttcherei, Picherei, Wagenhalle, den Aufenthaltsraum für das
Fahrpersonal und die Brunnenanlage enthält. Ein Neubau des Sudhauses wird vorbereitet. In dem angrenzenden
Grundstück Emilienstraße 13 befindet sich die Privatwohnung des Chefs. Das gleichfalls zur Brauerei gehörige,
mit ihr zusammenhängende
Grundstück Peterssteinweg
19 enthält den
großen Brauereiausschank
„Bierpalast“, eine
der schönsten Lokalitäten
Leipzigs, in welchem die
Erzeugnisse der Brauerei
F. A. Ulrich unmittelbar
zum Ausschank gelangen.
Die Betriebskraft für
die gesamte Anlage liefern
drei Dampfkessel mit
500 qm Heizfläche und
zwei Dampfmaschinen.
Sie treiben die Eismaschinen
und liefern, in
Verbindung mit zwei
Dynamos, die elektrische
Energie für die Beleuchtung
und die zahlreichen
im Betriebe arbeitenden
Motoren. Eine Tag und
Nacht arbeitende Pumpenanlage
fördert mit
etwa 500 cbm Tagesleistung
die Wassermengen,
die in der Brauerei erforderlich
sind.
Der Betrieb der
Firma umfaßt Brauerei
Teilansicht der Dampfmascliinenanlage
werden untergärige Biere,
hell und dunkel, Spezialbiere
nach Pilsener,
Münchener und Kulmbacher
Art und ein fast
alkoholfreies pasteurisiertes
Karamelbier erzeugt.
Der Versand der Produktion
erfolgt unter Verwendung
patentamtlich
geschützter Etiketts und
mehrerer eingetragener
Wortzeichen. Zur Verwendung
gelangen feinstes
Malz bzw. Gerste,
Saazer und bayerischer
Hopfen. Von den Spezialbieren
werden namentlich
die nach Pilsener
und Münchener Art eingebrauten
Sorten als
ganz hervorragende, den
sogenannten echten vollkommen
ebenbürtige
Qualitätsbiere geschätzt
und bevorzugt.
Es ist selbstverständlich,
daß dieser
Ruf der F. A.Ulrichschen
Biere durch die zur
V erwendung gelangenden
Rohstoffe und die vorund
Mälzerei, und zwar
zügliche, unter ständiger wissenschaftlicher Kontrolle stehende Brauart veranlaßt und gefestigt worden
ist. Ein eigenes Betriebslaboratorium prüft und analysiert die zur Verwendung gelangenden Rohmaterialien
auf ihre Beschaffenheit und Ergiebigkeit und sorgt durch unausgesetzte Überwachung des gesamten
technischen Betriebes dafür, daß in jedem Teile des Brauverfahrens nach den bewährten Vorschriften
gearbeitet und jahraus jahrein ein gleichmäßiges, nach jeder Richtung hin befriedigendes, einwandfreies
Produkt zum Ausstoß gelangt. Schon dadurch ist Gewähr geleistet, daß die Biere der Brauerei
F. A. Ulrich stets in höchster Reinheit und Bekömmlichkeit dem Publikum zugeführt werden. Durch
die technische Vervollkommnung der Brauerei ist eine weitere Sicherheit für die Leistungsfähigkeit der
Braumethoden gegeben.