Full text : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

Kohlendampfers,  der  in  io  Stunden  entleert  sein  soll 1 ),  bei  gewöhnlichem ­
  Dampfbetrieb,  wo  die  Kohle  in  Körben  vom  Seeschiff ­
  ins  Flußschiff  umgeschlagen  wird,  16  Gänge  von  je  sieben
Mann,  also  im  ganzen  112  Mann  notwendig  sind;  bei  Entlöschung
der  gleichen  Quantität  Kohle  in  derselben  Zeit  aber  nur  zusammen
32  Mann  bei  2  Greifern.  Der  Preis  der  Kohlenlöschung  stellt  sich
bei  gewöhnlichem  Dampfbetrieb  auf  mindestens  70  Pfg.  pro  Tonne
und  sinkt  bei  Greiferlöschung  auf  40  bis  45  Pfg.  per  Tonne.
Diese  enorme  Ersparnis  hat  natürlich  zur  Folge  gehabt,  daß  die
seit  etwa  einem  Jahr  in  Betrieb  befindlichen  Greifer  jetzt  vollauf
zu  tun  haben.  Die  monatliche  Leistung  beträgt  120000  Tonnen
Kohlenlöschung  bei  den  großen  Apparaten  und  80000  Tonnen
Kohlenlöschung  bei  dem  kleinen  Greifer.
Zu  erwähnen  ist  schließlich  noch  bei  dem  Umschlag  der
Kohle  vom  Seeschiff  ins  Flußschiff  ein  neuer  Kohlendampfer  der
Hamburger  Kohlenfirma  Gebr.  Sauber,  die  auf  diesem  Dampfer
selbst  eine  Transportbandanlage  zur  Entlöschung  der
Kohle  eingebaut  hat.  Die  Löschmaschinerien  sollen  sich  in  ihrem
Anschaffungspreis  auf  ca.  200000  Mk.  stellen.  Mit  den  Maschinen
werden  auch  hier  ca.  3500  Tonnen  Kohle  in  10  Stunden  gelöscht.
Wie  hoch  sich  der  Löschpreis  per  Tonne  Kohle  beläuft,  entzieht
sich  meiner  Kenntnis,  doch  ist  anzunehmen,  daß  auch  hier  eine
gute  Ersparnis  .erzielt  worden  ist,  da  jetzt  von  derselben  Firma
der  Neubau  eines  ähnlichen  Dampfers  geplant  ist.
Haben  wir  uns  bisher  mit  dem  Umschlag  »im  Strom«  beschäftigt, ­
  also  dem  Löschen  der  Kohlendampfer  in  Flußfahrzeuge,
so  müssen  wir  uns  jetzt  dem  Umschlag  von  der  Eisenbahn
ins  Schiff  zuwenden.
Umschlag  von  der  Eisenbahn  ins  Schiff.
Dabei  sind  unter  »Schiff«  einmal  Seefahrzeuge,  dann  Flußfahrzeuge ­
  wie  Schuten,  Leichter  usw.  zu  verstehen.
Der  Hamburger  Hafen  weist  keine  genügenden  Umschlagseinrichtungen ­
  für  den  Transportweg  Eisenbahn-Seeschiff  auf.
Die  einzigen  technischen  Einrichtungen  für  diesen  Zweck  sind
elektrisch  betriebene,  längs  der  Kaischuppen  verfahrbare  Winden.
Diese  Winden  haben  auf  jeder  Seite  einen  Spillkopf  von  375  kg
Zugkraft  bei  2,5  Meter  Seilgeschwindigkeit  per  Sekunde,  welch
letztere  durch  Zwischenschaltung  einer  losen  Rolle  auf  fünf  Meter
in  der  Sekunde  erhöht  werden  kann.  Diese  transportablen  Kohlen-3
 )  D' e se  Zeit  ist  die  allgemein  übliche  für  ein  rentables  Kohlengeschäft.
            
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