Full text : Versicherung und Wirtschaft

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Summenversicherung  „Bei  Eintritt  des  Versicherungsfalls  ohne
weiteres  als  vorhanden  angenommen  wird".
Molden  Hauer")  definiert  die  Versicherung  als  „Fürsorge ­
  für  einen  künftigen,  ungewissen  und  zufällig  eintretenden
Bedarf  durch  Verteilung  desselben  auf  eine  Mehrheit  von
Wirtschaften.«)
2.  Die  Theorie  (5  o  b  b  t  s,  die  Manes  ")  „wie  eine
Erlösung  aus  dem  Definitionsproblein"  empfunden  hat,  bedeutet ­
  eine  Verschiebung  des  Schwerpunktes  der  Definitionsfrage; ­
  denn  so  gewiß  der  Begriff  der  Versicherung  sich  auf
eine  wirtschaftliche  Eventualität  gründet,  so  sicher  hat  er  nichts
mit  der  Deckung  eines  Bedarfs  zu  tun.  So  hat  die  Bedarfstheorie ­
  von  Anfang  an  lebhaften  Widerspruch  erfahren.  43  *  *  46 )
Man  hat  gewöhnlich  darauf  hingewiesen,  daß  der  Begriff
des  Bedarfs  zu  weit  sei.  Ebenso  richtig  bezeichnet  man  ihn
(wie  W  a  l  l  m  a  n  n)  als  zu  eng,  da  er  die  Personenversicherung
nicht  ganz  umfaßt.  Wenn  SWancs 47 )  bei  dem  Vermögensbedarf ­
  an  einen  unmittelbare  Verlust,  einen  Eewinnentgang,
ein  Aufhören  der  Sparfähigkeit,  Allsgaben  zur  Abwehr  eines
drohenden  Verlustes,  den  Zwang  zu  irgend  einer  Ausgabe
denkt,  das  Ereignis  aber,  das  den  Bedarf  hervorruft,  sich
bald  als  ein  elementares  (Feuer,  Hagel,  Tod),  bald  als  eine
menschliche  Handlung  (Fahrlässigkeit,  Einbruchdiebstahl),  bald
als  ein  solches  des  Wirtschaftslebens  (Bankrott,  Streik,  Ar43 ­
 )  a.  a.  0.  S.  9  und  Das  Versicherungswesen  (Leipzig  1911)
Bd.  I  S.  10.
u )  Auch  Emminghaus  (Artikel  „Versicherungswesen"  im  Land-Wörterbuch
  der  Staatswissenschaften  (1911)  S.  294  ff.)  und  Fischer
(Organisation  und  Verbandsbildung  in  der  Feuerversicherung,  Tübingen
1911,  S.  22)  vertreten  die  Bedarfstheorie.
46 )  Artikel  „Versicherung'  im  Verstcherungslerikon  S.  1421.
4e )  Vgl.  Lülße,  Die  Versicherung  als  Deckung  eines  ungewissen
Bedarfs  (Zeitschr.  f.  d.  g.  Versicherungs-Wissenschaft  Bd.  3)  S.  552  s.,
Blaschke  und  v.  Mayr  in  Berichte  S.  265f.,  256ff.,  Wallmann  a.  a.O.
Bd.  XU  S.  1067,  Wörner  a.  a.  0.  S.  24  f.,  Krosta  a.  a.  0.  S.  74  ff.,
Stephinger  a.  a.  0.  S.  2.
i7 )  Versicherungswesen  S.  2.
            
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