Full text : Versicherung und Wirtschaft

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des  in  all  den  möglichen  Unterbrechungen  des  Spar-  und
Nücklegungsprozesses  ruhenden  Risikos  liege,  so  hat  Conrad^) ­
  daraus  die  allein  mögliche  Konsequenz  gezogen,  indem
er  den  Schadenscharakter  der  Versicherung  überhaupt  leugnet
und  das  Sparrisiko  als  das  Erundelement  der  Versicherung
bezeichnet.  Wenn  man  die  Folgen  des  Versicherungsereignisses
als  nachteilig  bezeichnen  und  eine  Gefahr  als  Grundlage  der
Versicherung  hinstellen  wolle,  so  sei  damit  „der  Begriff  zu
eng  gefaßt,  denn  die  Altersrenten-,  Aussteuer-,  Militärdienst-Versicherung
  usw.,  wobei  es  sich  weder  um  eine  Gefahr  noch
um  nachteilige  Folgen  handelt,  oder  doch  zu  handeln  braucht,
fallen  unzweifelhaft  unter  die  Versicherung".  Conrad  bezeichnet ­
  daher  das  Wesen  der  Versicherung  folgendermaßen:
„Versicherung  im  wirtschaftlichen  Sinn  ist  die
Einrichtung,  welche  die  Folgen  einzelner,  für  die
Betroffenen  zufälliger,  daher  auch  in  speziellem ­
  Falle  ihres  Eintretens  unvorhergesehener
Ereignisse  für  das  Vermögen  einer  Person  dadurch ­
  beseitigt  oder  wenig  st  ens  vermindert,  daß
sie  dieselbe  auf  eine  Reihe  von  Fällen  verteilt,
in  denen  die  gleiche  Eventualität  möglich  ist,
aber  nicht  eintritt."  Das  Sparrisiko  begründet  er  folgendermaßen ­
  als  die  Ungewißheit  der  Bereitstellung:  „Dieses
gemeinsame  Sparen  liegt  aber  bei  jeder  gewöhnlichen  Lebensversicherung ­
  auf  Kapital  vor,  wie  ebenso  bei  der  Kranken-,
Unfall-Versicherung,  bei  der  Feuer-,  Hagel-,  See-Versicherung
usw.  Überall  treten  Tausende  von  Personen  zusammen,  um
in  jedem  Jahre  kleine  Summen  als  Spareinlagen  bei  der  Versicherungsgesellschaft ­
  zu  deponieren  und  die  Zinsen  dazuzuschlagen, ­
  damit  die  Sumine  zu  jeder  Zeit  bereit
durch,  daß  sie  durch  die  verwässerte,  wie  Krosta  meint,  „objektive"  Bezeichnung
  des  Risikos  als  „ein  Objekt,  bei  welchem  die  Möglichkeit  besteht, ­
  daß  etwas,  was  als  nicht  wünschenswert  für  das  Objekt  aufgefaßt
wird,  in  absehbarer  Zeit  Ereignis  wird"  (S.98)  den  Begriff  vollkommen
verwischt.
M )  a.  a.  O.  Bd.  II  S.  532  ff.
            
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