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den Export ist der Standort der Waggonfabrik Rathgeber sehr
ungünstig, weshalb die Firma sich auf den nahen Konsum
beschränkt, der, ja so groß ist, daß er einen ausreichenden Umsatz
verbürgt.
Das Unternehmen bezieht seine elektrische Energie durch
Kraftübertragung aus den Isarwerken, welche mindestens 300
Arbeitsmaschinen den Antrieb liefern. Der elektrische Gruppenantrieb
herrscht vor, nur einzelne Maschinen, die periodisch
im Betriebe sind, haben den in diesem Falle wirtschaftlicheren
Einzelantrieb. Für die gesamte Anlage der Arbeitsmaschinen
wurden die neuesten Erfahrungen auf dem Gebiete des Werkstättenbaues
verwertet, sodaß heute allen Anforderungen der
Neuzeit Genüge geleistet und die rationellste Produktionsweise
ermöglicht wird.
Die Firma bezieht ihre Rohstoffe, soweit dies möglich ist,
aus nächster Nähe. Alles Holz, ausgenommen die slavonische
Eiche, kommt aus Bayern. München selbst liefert den Rotguß
nur teilweise, der von der Betriebsleitung lieber von Nürnberg
bezogen wird, weil dort bessere Metallachsen produziert
werden. Eisen, Stahl und Gußeisen liefern mit hoher Frachtbelastung
rheinländisch-westfälische Werke.
Die Fabrik kann heute nach den räumlichen Verhältnissen
leicht tausend Arbeiter beschäftigen. Im Jahre 1912 hatte sie
eine durchschnittliche Arbeiterzahl von 650 aufzuweisen. Wir
haben bei sämtlichen im Vorhergehenden betrachteten Betrieben
eine Zugehörigkeit derselben zu irgend einem Arbeitgeberverband
festgestellt. Die Firma Rathgeber aber ist aus
dem großen Verband bayerischer Metallindustrieller ausgeschieden,
verkehrt bei Differenzen auch nicht direkt mit den
Arbeiterorganisationen, sondern behält sich in Lohnsachen selbständige
Entscheidung vor und verhandelt nur mit dem von
den eigenen Arbeitern zu wählenden Arbeiterausschuß. So hat
denn auch die Fabrik mit den einzelnen Arbeiterkategorien der
Schmiede, Dreher und Bohrer, Schlosser (Monteure), Schreiner,
Sattler, Maler und Lackierer Vereinbarungen nach eigenem Gutdünken
abgeschlossen, ohne sich an irgend einen Verband anzulehnen.
Die pro Tag gezahlten Löhne bewegen sich zwischen
4 Mark bei Taglöhnern und 7.50 Mark bei gelernten Arbeitern.