Full text : Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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floss  zu  fällen.  Indessen  muß  man  doch  sagen,  daß  sie  durchgehends
noch  sehr  hoch  sind,  gemessen  an  den  Nachrichten,  die  ein  leidlich  gut
unterrichteter  Beobachter  sich  verschaffen  konnte,  ohne  allerdings  damit
die  absolute  Sicherheit  fehlerfreier  Kenntnis  zu  besitzen,
bei  Haberschem  Am  billigsten  wird  zweifellos  Habers  Ver-Ammoniak.
  fahren  das  Kiloprozent  Stickstoff  herstellen.  Ob
es  dabei  möglich  ist,  sämtlichen  erforderlichen  Wasserstoff  als  Nebenprodukt ­
  anderer  Industriezweige  von  chemischen  Fabriken,  und  so
natürlich  besonders  billig  zu  erhalten,  scheint  zweifelhaft,  kann
aber  im  Laufe  der  Zeit  möglicherweise  in  immer  größerem  Umfange
durchführbar  werden.  Aber  auch  abgesehen  davon  steht  es  ziemlich  fest,
daß  die  Badische  Anilin-  und  Sodafabrik  das  Kiloprozent  Stickstoff  in
Form  des  schwefelsauren  Ammoniaks  für  50  Pf.  herstellen  kann.  Sie
würde  demnach  bei  einem  Verkaufspreise  von  1,08  M,  wie  ihn  die  oben
genannten  Höchstpreise  festsetzen  wollen,  immer  noch  nicht  wenig  über
die  Hälfte  des  Verkaufspreises  verdienen,  vom  Doppelzenter  schwefele
saures  Amruoniak  nahezu  12,60  Ji.  Die  staatlichen  Fabriken  müßten
entweder  für  schwefelsaures  Ammoniak  nach  Haber  ganz  ungeheuerlich ­
  viel  teurer  arbeiten,  was  wohl  kaum  wahrscheinlich  ist,  oder  aber
sehr  stark  mit  Patentgebühren  belastet  sein,  was  ja  auch  nicht  in  solchem
Umfange  in  Frage  kommen  kann,  sollten  sie  das  Kiloprozent  Stickstoff
im  schwefelsauren  Ammoniak  nach  Haber  nicht  weit  unter  dem  oben
angeführten  Höchstpreis  von  1,08  Jl  zu  liefern  vermögen.  Es  mag
angenommen  werden,  daß  sie  nur  wenige  Pfennige  mehr  als  die  Badische ­
  Anilin-  und  Sodafabrik  zur  Herstellung  brauchen  dürften.
bei  Kalkstickstoff.  Die  Kalkstickstoffgewinnung  hat  sich,  soweit
inan  hörte,  in  den  letzten  Jahren  durch  bessere  Ausnutzung  von  Nebenprodukten ­
  und  einige  andere  Umstände  weniger  kostspielig  gestaltet  als
früher.  Immerhin  fehlt  es  weitgehend  an  sicheren  Unterlagen  für  die
Beurteilung  der  Kosten  der  Herstellung  eines  Kiloprozents  Stickstoff.
Ob  die  Annahme,  daß  eine  der  jedenfalls  kleineren'Fabriken  das  Kiloprozent
  zu  70  Pf.  zu  liefern  vermag,  durchaus  zutrifft,  kann  ich  nicht
sagen.  Immerhin  hat  diese  Zahl  einige  Wahrscheinlichkeit  für  sich.  Soweit
größere  oder  gar  größte  Anlagen  in  Betracht  kommen  sollten,  darf  man
wohl  mit  Sicherheit  dann  auf  noch  niedrigere  Unkosten  rechnen.  Und  da
die  Kalkstickstoffpatente  im  kommenden  Jahre  ablaufen,  so  wird  in  dieser
Hinsicht  die  Belastung  der  neuerstandenen  Fabriken  wohl  kaum  eine
            
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